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05.12.2021

Wachstumsfeld Russland

In Bobrow errichtet DMK seinen zweiten Standort für weiteres profitables Wachstum.

Was haben wir gemacht?

Nach dem Kauf der russischen Firma Richart, ein Hersteller von Käsespezialitäten in Bobrow, etwa 700 Kilometer südlich von Moskau, hat DMK an diesem Standort die Kapazität erweitert und eine Molketrocknung sowie eine Blauschimmelkäserei angebaut. 344 Mitarbeiter verarbeiten hier täglich bis zu 350.000 Kilo Milch zu Tilsiter, Gouda, Goya und Maasdamer in Brot­, Zylinder­ und Kugelform, aber auch zu Mascarpone und den in ganz Russland beliebten Blauschimmelkäse.

Warum war das notwendig?

Das Geschäft mit Milchprodukten im Ausland ist lebensnotwendig, weil die Märkte vor Ort gesättigt sind. Das hat DMK klar im Leitbild 2030 formuliert und sich schon weit vor der Pandemie eine Strategie für die Expansion in internationalen Wachstumsmärkte überlegt mit dem Ziel, im Wettbewerb mithalten und als Molkerei den Landwirten einen wettbewerbsfähigen Milchpreis zahlen zu können. Der Schwerpunkt liegt auf dem Aufbau und Ausbau nachhaltiger profitabler Geschäfte im Drittland durch Exporte aus unseren Werken in Deutschland und den Niederlanden, aber auch dem Aufbau lokaler Wertschöpfung, im Sinne eines ausgeglichenen Länder­ und Produktportfolios.

Warum Russland?

Seit der Krimkrise 2014 brach für die Molkereien in Deutschland mit dem Handelsembargo durch Russland ein großer Absatzmarkt zusammen. Noch immer ist dieser Markt für westeuropäische Molkereien gesperrt, so dass kein Käse dorthin geliefert werden kann. Dennoch ist das Geschäft in Russland weiterhin profitabel und ausbaufähig. Für den Standort Bobrow sprach die gute Infrastruktur und Rohmilchversorgung – und der hervorragende Absatz der Produkte. Das Projekt wurde zunächst als Joint Venture geführt, dann nach und nach übernommen.

Wie läuft der Absatz vor Ort?

Sehr gut. Laut COO Michael Feller, der lange in Russland gelebt hat und die Geschäfte vor Ort strategisch leitet, stößt das Werk in allen Bereichen an seine Grenzen so dass sich DMK für den Bau eines zweiten Standortes in Bobrow entschieden hat. Hierfür kommen die Altanlagen eines DMK Standortes zum Einsatz: diese werden im neuen Werksgebäude im Industriegebiet von Bobrow installiert.

Wie geht DMK in Zukunft vor?

Es sollen nicht wahllos Produkte um jeden Preis verkauft, sondern gezielt Märkte bearbeitet werden, die für DMK Wertschöpfung ermöglichen. Damit hat DMK ein Standbein, um als Molkerei ­ und damit auch für die Landwirte – profitabel zu sein. Konkret Märkte wie Russland, China, Japan oder die MENA-Region sind starke Absatzkanäle. Dabei ist nicht die Anzahl der Märkte wichtig, sondern ein stabiles Geschäft. Das muss im Schnitt mehr Geld verdienen, als das deutsche Business, damit sich das höhere Länderrisiko auszahlt.

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