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Nachhaltigkeit spielt in der Produktion von Milchprodukten eine zentrale Rolle. Wichtige Faktoren sind der Verbrauch der in den Werken genutzten Energie, die Optimierung des Wasserverbrauchs, die Abwasserentsorgung und- wiederaufbereitung und die Einhaltung der Richtlinien für die Werksemissionen. Diese Faktoren werden durch die ISO 14001 und 50001 strukturiert und systematisch durch ein akkreditiertes Unternehmen zertifiziert.

Unser Ziel ist es, die Emissionen weiter zu senken. Denn die Emissionen der Agrarwirtschaft und der Milchindustrie sind erheblich. Bereits seit 2012 beschäftigt sich DMK intensiv mit dem Klimaschutz. Wir streben an, das anspruchsvolle Klimaschutzziel von Paris zu erfüllen, die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen.

Im Dezember 2021 sind wir der Science Based Target Initiative (SBTi) beigetreten. Diese überprüft und validiert industrieweit Klimaziele entlang der UN-Klimaziele von Paris.

 

Wasserverbrauch reduzieren

Wasser ist ein wichtiger Bestandteil der Produktion. An unseren DMK Standorten werden nur etwa 1,12 l Wasser (2019) pro verarbeitetem Kilo Rohmilch verbraucht. Damit grenzt sich die DMK Group vom deutschlandweiten Durchschnitt aller Molkereibetriebe ab – und zwar deutlich. Dieser positive Trend hält nun schon einige Jahre an und zeigt deutlich, wie gut wir in diesem Bereich aufgestellt ist. Die Reduktion beim Wasserverbrauch hat selbstverständlich auch eine Einsparung beim Abwasser zur Folge.

Die Einsparungen im Wasserverbrauch sind durch verschiedene Einzelmaßnahmen in unseren Werken begründet.

Trinkwasser aus Milch gewinnen? Das geht.

Im Rahmen der Initiative „B-WaterSmart“ beschreitet der DMK-Standort Edewecht neue Wege, um den Wasserverbrauch zu senken.

Im Sommer 2020 wurde in einigen deutschen Kommunen das Wasser knapp. Nicht erst seitdem ist klar, wie wichtig ein verantwortungsvoller Umgang mit der Ressource ist. Deshalb führen der Oldenburgisch-Ost-friesische Wasserverband (OOWV) und DMK im Rahmen der EU-Forschungsinitiative „B-WaterSmart“ eine Fallstudie durch. Gemeinsam suchen wir nach Möglichkeiten, den Trinkwasserverbrauch in bestimmten Bereichen der Wirtschaft zu senken – oder neue Wege zu finden, Trinkwasser zu gewinnen.

 

Am DMK-Standort in Edewecht geht es darum, Brüden erstmalig zu einem Trinkwasserersatz aufzubereiten. Brüden fallen in vielen Molkereien beispielsweise bei der Eindampfung von Milch an. Die Kondensate ähneln destilliertem Wasser, sie sind jedoch mit organischen Verunreinigungen belastet.

„Wir sehen in der Nutzung des aufbereiteten Wassers ein großes Potenzial, den Trinkwasserverbrauch zu reduzieren und so die Grundwasser-Ressourcen zu schonen”

Oliver Horstmann, Gewässer- und Umweltschutzbeauftragte am Standort Edewecht

Gemeinsam mit einem Anlagenbauer soll eine entsprechende Pilotanlage entwickelt und betrieben werden. Ziel des Projektes ist es, ein so gesichertes Verfahren zu entwickeln, dass das aufbereite Wasser den Qualitätsanforderungen der Trinkwasserverordnung entspricht und somit als Trinkwasserersatz in den Prozessen der Molkerei unbedenklich wiederverwendet werden kann. Gelingt der Beweis, dass dieses ambitionierte Vorhaben technisch umsetzbar ist, soll das Verfahren zukünftig an DMK-Standorten mit einer Trocknung angewendet werden.

 

Die Initiative „B-WaterSmart“ ist Teil des EU-Programms „Horizon 2020“ und mit 15 Millionen Euro budgetiert, ein Fünftel davon fließt nach Deutschland an verschiedene Projektteilnehmer. Insgesamt arbeiten in den kommenden vier Jahren 36 Projektpartner aus acht Ländern mit.

 

Fakten & Zahlen

Energieverbrauch senken

Alle deutschen DMK Standorte sind zertifiziert nach ISO 14001 (Umweltmanagement) und ISO 50001 (Energiemanagement). Ein Integriertes Managementsystem, das Qualität, Arbeitssicherheit, Umwelt und Energie kombiniert, steuert einen verantwortungsbewussten Umgang mit wertvollen Ressourcen.

Der direkte Energieverbrauch der DMK Group im Jahr 2021 betrug 1.520.094.616 kWh (2020: 1.526.432.378 kWh). Zwischen 2012 und 2020 wurde der Energieverbrauch bei DMK um über 15 % reduziert oder erst gar nicht verbraucht.

 

Im Rahmen der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten „Kopernikus-Projekte für die Energiewende“ arbeitet das Energiemanagement der DMK an Möglichkeiten, in Zukunft die Energie energiewirtschaftlicher und netzdienlicher zu gestalten. Im Teilprojekt „SynErgie“ treiben wir entscheidende Modellrechnungen voran, die Aufschluss darüber geben, wie einzelne Produktionsprozesse und -anlagen flexibel und rentabel in den Energiemarkt einbezogen werden können.

Auch in der Praxis konnten wir dieses Wissen schon in unserem Werk in Edewecht in einem Demonstrationsmodel anwenden. Des Weiteren ist eine Integration von Kältelager in das Gesamtmodel geplant.

Das Energiemanagement der DMK Group wird nun in einer zweiten Förderphase drei weitere Jahre an der Flexibilität im Bereich von Kälteanlagen. Zu diesem Zweck werden seit 2020 mehrere Werke auf mögliche Potentiale zur Optimierung überprüft.

 

Kohlendioxid einsparen

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, den Ausstoß von Kohlendioxid zu reduzieren. 2020 betrugen die Emissionen bei DMK 8,8 Mio. t CO2. Im Durchschnitt aller Betriebe lag der CO2-Ausstoße bei 1,09 kg CO2e je kg Milch – ein für die Branche niedriger Fußabdruck.

In den letzten Jahren nahm die öffentliche Aufmerksamkeit für Klimaschutz stark zu, und gemeinsam mit anderen Akteuren intensiviert DMK seine Anstrengungen.

Wir haben uns in der neuen Nachhaltigkeitsstrategie bis 2030 das Ziel gesetzt, die gesamten Treibhausgasemissionen um mindestens 20 % auf 7 Mio. t zu reduzieren. Von dem bereits niedrigen Ausgangswert ist eine weitere Senkung herausfordernd, für uns aber der richtige Weg.

Leuchtturmprojekt CO2-Reduktion:

Die Emissionen in unserer eigenen DMK-Produktion (Scope 1+2) machen nur gut 5 % der gesamten CO2-Emissionen in der Milch-Wertschöpfungskette aus. Gleichwohl wollen wir auch hier reduzieren. Die Wärmeerzeugung durch Erdgas verursacht einen hohen Anteil unserer Scope-1-Emissionen. Im Werk Edewecht können bis 2022 durch eine standortweite Abwärmenutzung und eine intelligente Verknüpfung von Wärmequellen und -senken jährliche Einsparungen von ca. 4.250 Tonnen CO2 realisiert werden. Dafür wurde der Standort von der Deutschen Energie-Agentur dena im Jahr 2020 als Leuchtturmprojekt ausgezeichnet.

 

Eine andere Möglichkeit ist der Betrieb des Biomasse-Heizwerks am Standort Waren. Hier wird zur Herstellung von Prozessdampf Biomasse (Holzhackschnitzel) als Alternative zu fossilen Energieträgern eingesetzt.

Die verwendete Biomasse besteht nur aus naturbelassenen Hölzern. Diese sind Holz- und Holzbestandteile, die in landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen oder Gartenbaubetrieben oder im Rahmen der Landschaftspflege anfallen, wie beispielsweise Baum- und Strauchschnitt, Durchforstungsholz und Waldrestholz. Jährlich kann maximal eine Brennstoffmenge von ca. 8100 to genutzt werden.

Die Verbrennung des Holzes erfolgt in der Feuerungsanlage. Die im Feuerungsraum entstehenden Rauchgase werden über eine nachgeschaltete Kesselanlage zur Dampferzeugung genutzt. Der erzeugte Dampf wird als Prozessdampf den Produktionsbereichen zur Verfügung gestellt.

Verglichen mit fossilen Brennstoffen wie Gas vermeidet der Standort damit jährlich den Ausstoß von ca 2500 to (je nach Produktauslastung) des Klimagases CO2.

Fokus: Landwirtschaftliche Erzeugung

DMK berichtet seit vielen Jahren jährlich die Emissionen in der Milchverarbeitung. In der Milchindustrie machen jedoch die Emissionen aus der Milcherzeugung fast 80 % aus. Daher wird eine klimafreundlichere Milchwirtschaft auch künftig auf den Höfen entschieden. Hier gilt es für uns, den seit Jahren eingeschlagenen Weg weiter intelligent zu gehen und neue Potenziale zu nutzen.

 

Wie wir handeln.

Nachhaltigkeit als Gemeinschaftsaufgabe