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11.04.2024

Eine starke Gemeinschaft

Mit rund 4.700 aktiven Landwirten und gleichzeitig genossenschaftlichen Eigentümern, 6.600 Mitarbeitern und einem Umsatz von 5,5 Mrd. Euro ist die DMK Group die größte Molkereigenossenschaft Deutschlands.

Was kaum einer weiß: Ihre Mitglieder entscheiden über alle wichtigen Weichenstellungen im Unternehmen. Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung: Diese genossenschaftlichen Grundprinzipien gelten für einen der größten Lebens-mittelproduzenten Deutschlands und Europas – und sind ein entscheidender Baustein für DMK. Denn die genossenschaftliche Organisationsform steht für mehr Beständigkeit, mehr Miteinander und das Einstehen füreinander – oder kurz: für mehr Chancengleichheit.

Gleiche Rechte für große und kleine Betriebe

Betriebe bedeutet konkret: Bei DMK finden große wie kleine Milchbetriebe eine gemeinschaftliche Heimat, weil die Mitglieder füreinander einstehen. Nur so ist es möglich, gerade auch kleinere Höfe maßgeblich zu unterstützen. Sie werden zum Beispiel auch abseits der großen Routen von den Milchsammelwagen genauso verlässlich angefahren wie jeder andere Betrieb – ein wichtiger Beitrag für den Erhalt von Arbeitsplätzen, Kaufkraft und Vielfalt im ländlichen Raum. Hier zeigen sich die Vorteile des für alle Mitglieder gleichermaßen verbindlichen Genossenschaftsmodells gegenüber Einzelverträgen, wie im Zusammenhang mit der geplanten Umsetzung des Artikels 148 der Gemeinsamen Marktorganisation (GMO) immer wieder gefordert. Gerade diese oft sehr familiär und über Generationen geführten kleineren Betriebe hätten es bei Einzelverträgen vermutlich schwer, für ihre Milchmengen Molkereien als Abnehmer zu finden und so ihren Fortbestand zu sichern

Das Ehrenamt ist der Schlüssel zum Erfolg

Erfolg Mitglieder in einer Genossenschaft legen die Regeln des Miteinanders in demokratischen Prozessen selbst fest. Eine solche Struktur braucht das Engagement vieler Menschen, die neben dem landwirtschaftlichen Betrieb auch ein Ehrenamt in den Gremien bei DMK übernehmen. Sie stellen eine wichtige Brücke zwischen dem Unternehmen und den Landwirten dar. Von den rund 4.700 Mitgliedern sind mehr als 300 gewählte Vertreterinnen und Vertreter in unterschiedlichsten Gremien von der Vertreterversammlung über den Beirat, den Vorstand bis zum Aufsichtsrat aktiv. Ihr Ziel: mehr Gerechtigkeit, wirtschaftliche Stabilität und Zukunftssicherheit für die landwirtschaftlichen Betriebe.

Digitalisierung ist ein Turbo für Genossenschaften

Die zunehmende Digitalisierung ist dabei ein entscheidender Treiber für das Genossenschaftsmodell. DMK entwickelt hier gemeinsam mit seinen Mitgliedern kontinuierlich Angebote und Programme, die nachhaltige Wertschöpfung entlang der gesamten Lieferkette, transparente Informationen sowie Teilhabe über alle Unternehmensentwicklungen und das allgemeine Marktgeschehen sowie die Zukunftsfestigkeit der Genossenschaft garantieren. Über die digitale Kommunikationsplattform myMilk.de nutzen die Land-wirte der DMK sämtliche Services, die sie in der Zusammenarbeit mit der Molkerei benötigen. DMK hat hier gemeinsam mit dem Ehrenamt eine Vielzahl von Maßnahmen umgesetzt, um den Landwirtinnen und Landwirten die bestmögliche Einschätzung der Marktlage zu ermöglichen. Die Milchbauern haben damit die unternehmerische Freiheit, nach Abwägen der prognostizierten Milchpreisentwicklung das eigene Anlieferungsverhalten selbst anzupassen.

Von zentraler Bedeutung ist und bleibt der Auszahlungspreis, den die Landwirtinnen und Landwirte für ihren Rohstoff, die Milch, bekommen.

Um die teils extremen Marktschwankungen und damit verbundene Liquiditätsrisiken bei den Landwirten zu minimieren, hat DMK gemeinsam mit seinen genossenschaftlichen Gremien das Festpreismodell Fixed Price eingeführt. Es bildet einen wichtigen Baustein in der Weiterentwicklung der Mitgliederbeziehungen. Auch hier steht der genossenschaftliche Fördergedanke im Mittelpunkt. Auf Basis des Börsenmilchwertes kalkuliert die DMK Group einen garantierten Festpreis für die kommenden zwölf Monate. Der Lieferant entscheidet, ob und welche Menge er absichern möchte. Im nächsten Schritt sichert DMK das Festpreisangebot im Rahmen von Verkäufen von Warentermingeschäften ab. Der Milcherzeuger liefert seine Milch ab und erhält mit der Milchgeldabrechnung den garantierten Festpreis für seine abgesicherte, bestätigte Milchmenge. Insbesondere in Zeiten niedriger Preise ist Fixed Price ein wichtiger Baustein zur Liquiditätssicherung der Milchbetriebe. Um besser planen zu können, wird eine monatliche Milchpreisankündigung durch die Marktprognose des IG-Milchbarometers und die Marktdaten und Auszahlungsprognosen im Festpreismodell ergänzt. Zusammen liefert DMK so eine mittelfristige Milchpreiseinschätzung und hilft den Milchbauern bei der Beurteilung zukünftiger Marktentwicklungen.

Vielfältige Angebote definieren den Markenkern

Flexibilität ist ein weiterer Markenkern von Genossenschaften wie DMK. Dem Thema Lieferbeziehungen kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. In der Vertreterversammlung der Deutschen Milchkontor eG wurde von den Mitgliedern bereits 2017 die Flexibilisierung der Lieferbeziehung in der Genossenschaft beschlossen. Konkret wurde damit auf Basis eines genossenschafts-internen Willensbildungsprozesses der Handlungsspielraum für Mitglieder erweitert. Sie können bei einer Kündigung der Mitgliedschaft auf Antrag die Andienungspflicht von zwei auf ein Jahr verkürzen. Alle genannten Maßnahmen zeigen, dass Genossenschaften wie DMK wichtige Treiber und Bewahrer im größten Change-Prozess der Landwirtschaft seit der industriellen Revolution sind. Fairness statt ruinösem Wettbewerb, Kompetenz statt Ideologie, Erfahrung statt Besserwissen, Mitsprache statt Monopol, Wir statt Ich: Das ist mehr denn je eine Erfolgsformel – seit 150 Jahren und aktuell wie nie.

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