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18.04.2024

Der große Klimaschutz-Effekt

Mit dem Projekt Net Zero Farming erprobt eine Handvoll Landwirte die Verbesserung des CO2-Abdrucks ihrer Höfe. Landwirt Jörg Stottmeister aus Bösdorf in Sachsen-Anhalt, an der Grenze zu Niedersachsen, zieht eine erste – ziemlich aufschlussreiche – Bilanz.

5 Fragen an Jörg Stottmeister

Warum haben Sie sich entschieden, am Projekt Net Zero Farming teilzunehmen?

Das Thema Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft ist zukunftsweisend und wir möchten als Betrieb zukunftsfähig bleiben. Daher haben wir uns gefreut, als wir zu dem Projekt Net Zero Farming angesprochen wurden. Wir machen mit, da uns der Klimaschutz am Herzen liegt, wir aber auch für unseren Betrieb einen Nutzen daraus ziehen können.

 

Inwiefern haben sich Ihre Erwartungen für Ihren Betrieb erfüllt?

Insbesondere durch die Umsetzung der Maßnahmen im Ackerbau konnten wir wertvolle Erkenntnisse und Nebeneffekte erzielen. Beim Low-N-Mais stellen wir eine bessere N-Effizienz fest. N-Effizienz bezieht sich auf den Stickstoffanteil im Ernteprodukt. Auch die Angaben aus der Betriebsbilanzierung konnten wir für andere Situationen nutzen, so zum Beispiel für eine Auswertung der Zahlen in der Kälberaufzucht.

Was hat Sie im Laufe des Projekts überrascht?

Mich hat überrascht, dass manche Maßnahmen in Bezug auf Effizienz kostengünstiger sind als ich bisher dachte. Außerdem wurde durch die Analyse vieler Daten deutlich, was wir alles noch nicht verwerten oder was wir bislang weggeschmissen haben. Das betrifft zum Beispiel den Anteil des Kraftfutters, der in der Kuh landet, im Verhältnis zum Futter, das wirklich eingekauft wurde. Ich finde es auch toll, dass wir mit komplett neuen Themen in Berührung kommen, wie etwa dem Thema Pflanzenkohle, von dem ich nicht gedacht hätte, dass es schon einen Nutzen für die ganze Breite der Landwirtschaft bringen kann.

Welche Maßnahmen wirken auf Sie vielversprechend?

Es gibt nicht die eine Maßnahme, die alles verändert. Wichtig ist es, die gesamte Prozesskette abzubilden und vom Acker bis zur Kuh zu schauen, wie sich Treibhausgase reduzieren lassen. Am Ende ist es ein Bündel von verschiedenen Maßnahmen. Wichtig dabei ist zu beachten, dass es sich immer noch um Tiere handelt, die sich natürlicherweise nicht immer nach Plan verhalten. Da muss man flexibel bleiben.

Wie geht es für Ihren Betrieb im Rahmen von Net Zero Farming nun weiter?

Wir möchten das Angefangene weiterführen, funktionierende Maßnahmen implementieren und Neues ausprobieren. Der Erfahrungsaustausch mit den anderen Pilotbetrieben über die gewonnenen Erkenntnisse ist dabei sehr wichtig. Daher möchten wir auch gerne häufiger Stallgespräche mit den anderen Betrieben durchführen.

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