Marina Schomacker: „Dahinter steckt ein umfangreicher Unternehmensprozess. Ideen und Konzepte entwickeln, bewerten und priorisieren, um neue oder verbesserte Produkte zur Marktreife zu bringen. Dafür müssen sehr viele Rädchen im Haus ineinandergreifen wie unter anderem Marketing, Produktion, Einkauf, Logistik, Lebensmittelrecht, Produkt- und Verpackungsentwicklung. Während des Projektes fragen wir uns immer: Sind wir auf dem richtigen Weg, können wir unser Ziel erreichen, passen die Timings, befinden wir uns im Rahmen des festgelegten Budgets? Den Prozess können alle Mitarbeiter im DMK-Prozessportal einsehen. Hier kann jeder schauen, wer wofür zuständig und verantwortlich ist und welche Prüfungen und Freigaben zu erfolgen haben.“
Katja Bode: „Für eine erfolgreiche Entwicklung neuer Lebensmittelprodukte ist die Zusammenarbeit zwischen der operativen Entwicklung und dem übergreifenden Bereich Center of Expertise Research & Technology (CoE R&T) essenziell. Ein Beispiel ist die Neuentwicklung von sogenannten Spreads (pflanzliche Brotaufstriche). Wir als Team Science & IP aus dem CoE R&T entwickelten die analytischen Werkzeuge für die Charakterisierung und Vorhersage der Lagerstabilität der Produkte. Neue pflanzliche Rohstoffe, wie etwa Ackerbohne oder Erbse, wurden untersucht und ihre Wirksamkeit im Endprodukt beurteilt. Das beschleunigte den Entwicklungsprozess und sparte Entwicklungskosten. Wichtig ist auch der CoE- Input bei möglichen Rohstoffbetrachtungen und deren Austausch in der Entwicklung. Um die Warenverfügbarkeit sicherzustellen, wurde beispielsweise ein Alternativrohstoff für einen Stabilisator in der Buttermilch benötigt, den wir in Zusammenarbeit mit der Entwicklung gefunden haben. Entwicklungsversuche konnten hierdurch gezielt umgesetzt und unnötiger Ressourcenverbrauch verhindert werden.“
Marina Schomacker: „Jeder von uns ist Ideengeber! Das gilt übrigens nicht nur für die Mitarbeiter in der Forschung und Entwicklung. Wir sind sehr gut mit der Zulieferindustrie und unseren Lieferanten vernetzt. Sie informieren uns über ihre Projekte und stellen uns ihre Produkte vor, die wir möglicherweise in unsere Rezepturen einarbeiten können. Und wir haben einen regelmäßigen Austausch mit unseren Marketingkollegen. Welche Trends werden dort aufgespürt, was wünschen sich die Konsumenten? Auf deutschen und internationalen Messen lernen wir viel vom Feedback der Kunden und Besucher und verwenden es für Produktoptimierungen und neue Produkte.“
Marina Schomacker: „Verbraucher beschäftigen sich intensiver mit Ernährung, der gesundheitliche Aspekt nimmt zu. Unabhängig davon, ob unsere Produkte milch- oder pflanzenbasiert sind, achten wir auf die Zutaten und Zusatzstoffe und verwenden nur das, was auch wirklich benötigt wird. In unserer Marken- Unit gibt es hierfür eine prominente Aussage: MILRAM ohne Schnickschnack! Hinzukommt, dass wir bei Neuentwicklungen auf einen möglichst geringen Kohlenhydratanteil achten. Auch wenn vielen Menschen süße Produkte gut schmecken, muss die Gesellschaft umdenken und den Zuckerkonsum im Hinblick auf mögliche medizinische Risikofaktoren reduzieren. Dies gilt auch für Salz, welches ernährungsphysiologisch ungesund ist.“
Katja Bode: „Wir entwickeln Testsysteme zur frühzeitigen Vorhersage der Produktstabilität und Rohstofffunktionalität sowohl in pflanzlichen als auch in milchhaltigen Endprodukten. Das Zusammenspiel von Rohstoffzusammensetzung, Enzymen, Herstellungsprozess und Lagerungsparametern wollen und müssen wir besser verstehen. Uns geht es besonders darum, frühzeitig Aussagen treffen zu können, um weiterhin hohe Produktstabilität und Produktqualität zu gewährleisten.“