Düsseldorf/Bremen, 12. Oktober 2026 – Mehr Möglichkeiten, um Punkte zu sammeln und eine höhere Vergütung für Maßnahmen: Ab 2027 entwickelt Arla sein wegweisendes Anreizmodell FarmAhead™ Incentive weiter. Dazu gehören sechs neue Handlungsfelder, mehr als 30 Prozent zusätzliche verfügbare Punkte und eine Erhöhung des Punktewerts um ein Drittel.
Arla Foods führt die bislang umfassendste Weiterentwicklung des FarmAhead™ Incentive seit seiner Einführung im Jahr 2023 ein. Durch zusätzliche Möglichkeiten, Punkte zu sammeln, und eine höhere finanzielle Vergütung pro Punkt möchte die Genossenschaft ihre Landwirt:innen dabei unterstützen, die Klimawirkung der Milchproduktion auf den Betrieben weiter zu reduzieren. Die Weiterentwicklung baut auf den nachweisbaren Fortschritten der vergangenen Jahre auf: Seit 2020 haben die Arla Landwirt:innen die absoluten Emissionen aus der Rohmilchproduktion um 1,2 Millionen Tonnen CO₂e gesenkt.
Das Prinzip des FarmAhead™ Incentive ist einfach: Landwirt:innen erhalten Punkte für nachweisbare Maßnahmen zur Reduzierung von CO₂e-Emissionen auf ihren Höfen. Die erreichte Punktzahl wirkt sich direkt auf den Milchpreis aus, den sie erhalten. Damit verknüpft Arla finanzielle Anreize in Höhe von bis zu 550 Millionen Euro pro Jahr mit wissenschaftlich fundierten Maßnahmen zur Emissionsminderung und macht deren Umsetzung zu einem festen Bestandteil des landwirtschaftlichen Betriebsalltags.
Ab 2027 steigt die maximale Anzahl der im FarmAhead™ Incentive verfügbaren Punkte von 84 auf 111 Punkte. Gleichzeitig erhöht sich der Wert eines Punktes von 0,03 Eurocent auf 0,04 Eurocent pro Kilogramm Milch. Sechs neue Handlungsfelder sowie Änderungen an bestehenden Kriterien sollen Landwirt:innen verschiedener Betriebsformen und aus unterschiedlichen Regionen mehr Möglichkeiten bieten, Maßnahmen zu ergreifen, um die mit der Milchproduktion verbundenen Klimaauswirkungen zu verringern, und dafür vergütet zu werden.
„Mit dem FarmAhead™ Incentive verknüpfen wir Maßnahmen zur Reduzierung der Klimawirkung der Milchproduktion direkt mit dem Milchpreis unserer Landwirt:innen. Für uns als Molkereigenossenschaft ist das ein wichtiger Hebel, um Veränderungen voranzutreiben. Mit dieser Weiterentwicklung gehen wir den bislang größten Schritt seit Einführung des Modells: Wir schaffen noch mehr Möglichkeiten zu handeln und erhöhen zugleich die Vergütung für jeden erreichten Punkt. Unser Ziel ist klar: Neue Technologien und wissenschaftliche Erkenntnisse sollen in konkrete Maßnahmen auf den Höfen übersetzt werden, um Emissionsreduktionen weiter zu beschleunigen“, sagt Hanne Søndergaard, Leiterin des Bereichs Agriculture, Sustainability & Communications bei Arla Foods.
Mehr Möglichkeiten für den nächsten Schritt
Seit Einführung des Modells im Jahr 2023 haben die Arla Landwirt:innen ihre durchschnittliche Punktzahl im FarmAhead™ Incentive um sechs Punkte erhöht. Die Daten von Arla zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen einer höheren Punktzahl und niedrigeren CO₂e-Emissionen auf den Betrieben. Die Weiterentwicklung basiert auf aktuellen Betriebsdaten und wissenschaftlichen Erkenntnissen, um Maßnahmen zur Reduktion von CO₂e-Emissionen gezielt zu fördern und neue Technologien in das Modell aufzunehmen, sobald diese in der Praxis etabliert sind.
Die sechs neuen Handlungsfelder umfassen Grundfutter, Behandlung von Wirtschaftsdünger, Biokraftstoffe, Mineraldünger mit niedrigem CO2e-Fußabdruck, weniger Methan durch Weidegang und Züchtung (genomische Tests). Darüber hinaus werden bestehende Kriterien angepasst, unter anderem in den Bereichen Futteraufwand, Düngemitteleinsatz, optimaler Eiweißgehalt und Weidegang.
Die Weiterentwicklung wurde vom Arla Foods Aufsichtsrat verabschiedet.
„Unsere Landwirt:innen haben bereits wichtige Schritte zur Reduzierung von CO₂e-Emissionen unternommen. Nun möchten wir sicherstellen, dass auch künftig weitere Entwicklungsmöglichkeiten bestehen – insbesondere für Betriebe, die in einzelnen Bereichen des Modells bereits die maximale Punktzahl erreichen. Jeder Betrieb ist anders, und damit auch die Möglichkeiten Maßnahmen zur Emissionsreduktion zu ergreifen. Mit dieser Weiterentwicklung schaffen wir mehr Optionen für mehr Landwirt:innen, Fortschritte auf eine Weise zu erzielen, die zu ihrem jeweiligen Betrieb passt“, sagt Jan Toft Nørgaard, Aufsichtsratsvorsitzender von Arla Foods.
Anhaltende Nachfrage der Einzelhandelskunden nach Klimaschutzmaßnahmen auf den Betrieben
Das FarmAhead™ Incentive ist eng mit den Kundenpartnerschaften von Arla verknüpft. Über die FarmAhead™ Customer Partnerships unterstützen Einzelhandelskunden gemeinsam mit Arla klimabezogene Maßnahmen auf den Betrieben und erhalten Zugang zu primären, belastbaren Daten zum CO2e-Fußabdruck. Da viele Einzelhandelskunden zunehmend messbare jährliche Reduktionen innerhalb ihrer Wertschöpfungsketten anstreben, trägt das weiterentwickelte Anreizmodell dazu bei, dass Arla weiterhin quantifizierbare Fortschritte auf Betriebsebene liefern kann. FarmAhead™ Customer Partnerships sind bereits in Dänemark, Schweden, Finnland und dem Vereinigten Königreich etabliert und bilden die Grundlage für die Zusammenarbeit zwischen Arla, Landwirt:innen und Einzelhandelskunden.
„Unsere Kunden erwarten messbare Reduktionen des CO2e-Fußabdrucks der Milchprodukte, die sie beziehen, und möchten gemeinsam mit uns daran arbeiten. Indem wir Landwirt:innen zusätzliche Möglichkeiten eröffnen, Emissionen zu reduzieren, stärken wir die Verbindung zwischen den Fortschritten auf den Betrieben und den Zielen unserer Einzelhandelskunden entlang ihrer Wertschöpfungsketten“, sagt Hanne Søndergaard.
Arla wird die Änderungen schrittweise einführen. Die ersten Auszahlungen auf Basis des aktualisierten Modells erfolgen ab dem 1. Januar 2027.
Fakten: Weiterentwicklung des FarmAhead™ Incentive
*FarmAhead™ Check
Der FarmAhead™ Check ist das Klima- und Datenerfassungsprogramm von Arla Foods. Seit 2020 übermitteln die Landwirt:innen jährlich betriebliche Daten zu verschiedenen Bereichen der Milchproduktion, darunter Tierhaltung, Fütterung, Pflanzenbau, Düngemitteleinsatz, Güllemanagement sowie Energieverbrauch. Die Daten werden durch externe Expert:innen validiert und nach anerkannten wissenschaftlichen Standards ausgewertet, um Emissionen auf Betriebsebene transparent zu erfassen und Entwicklungsmöglichkeiten auf den Höfen sichtbar zu machen. Für die Teilnahme am freiwilligen FarmAhead™ Check erhalten Landwirt:innen einen Zuschlag von 1 Eurocent pro Kilogramm gelieferter Milch.