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Nach­haltig­keit & Verantwort­ung

Integrierter Geschäftsbericht 2019

Markt & Trends
Finanz- und Berichtsinformationen

Nachhaltigkeit als Teil der Unternehmensstrategie.

Bereits seit über einer Dekade setzt sich die DMK Group für mehr Nachhaltigkeit im Unternehmen und in der Milchwirtschaft ein. Diese Bemühungen wurden in 2019 konsequent fortgeführt, indem wir an der Erreichung unserer Nachhaltigkeitsstrategie „DMK 2020“ und an der Umsetzung des Milkmaster-Programms gearbeitet haben.

Nachhaltigkeit ist bei uns eine Querschnittsaufgabe und bindet unterschiedliche Fachbereiche wie den Einkauf, die Landwirtschaft, die Arbeitssicherheit sowie den Umweltschutz, das Energiemanagement und Qualitätsmanagement ein. Diese Fachbereiche arbeiten eigenverantwortlich an den anstehenden Aufgaben im Bereich der Nachhaltigkeit, da diese Themen in ihren Prozessen verankert und somit ein wichtiger Teil der täglichen Arbeit sind. Nachhaltigkeit wird im Bereich Corporate Strategy vorangebracht. Die Geschäftsführung stimmt sich regelmäßig mit den Verantwortlichen zu Nachhaltigkeitsfragen ab und trifft notwendige Entscheidungen.

Seit 2013 bringen wir über die Nachhaltigkeitsstrategie DMK 2020 viele wichtige Themen der Nachhaltigkeit systematisch voran. Die Strategie war im Jahr 2018 überarbeitet worden, und zum Jahresende 2020 ziehen wir Bilanz. Parallel arbeiten wir bereits an unserer neuen Nachhaltigkeitsstrategie bis 2030.

 

Unsere Verantwortung für Mensch und Umwelt haben wir auch in unserem Leitbild 2030 festgeschrieben und wollen unser Leitbild auch in der neuen Nachhaltigkeitsstrategie berücksichtigen. Wir werden nach Ablauf des Jahres 2020 unsere neue Strategie vorstellen, die den Weg bis 2030 vorgibt. Nachhaltigkeit ist inzwischen als Megatrend in der Gesellschaft angekommen und bestimmt zunehmend das Kaufverhalten unserer Kunden bestimmt. Als vertrauensvoller Partner ist es unsere Aufgabe, die veränderten Bedürfnisse unserer Konsumenten zu erkennen und entsprechend darauf einzugehen.

Gleichzeitig behält DMK bei diesem Kurswechsel das Wohl der Landwirte und der Milchwirtschaft im Blick. Wir glauben daran, dass der Umbau zu einer nachhaltigeren Produktion am Ende allen zugutekommen wird. Deshalb will sich die DMK Group für mehr Nachhaltigkeit im eigenen Unternehmen und der gesamten Milchwirtschaft einsetzen. Das geht aber nur, wenn die gesamte Wertschöpfungskette vom Hof über das Regal bis in den Kühlschrank das gleiche Verständnis hat. Die gesamte Branche muss ein gemeinsames Verständnis entwickeln, bei dem der Handel auch mitgeht. Wir haben als Unternehmen die „Sektorstrategie Milch“ angeschoben und auf der Grünen Woche vor zwei Jahren angeregt, dass sich die beteiligten Teil-Branchen und Verbände wie MIV, DRV und DBV zusammensetzen müssen, um eine einheitliche Position zu Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Tierwohl oder Kommunikation zu erarbeiten.
 

„Auf der Nachfrageseite spielt die Musik. Es gibt nicht mehr den einen Typ Konsument! Themen wie Nachhaltigkeit gewinnen extrem an Bedeutung.“

Ingo Müller, CEO der DMK Group

Unser großes Ziel ist es, entlang der gesamten Wertschöpfungskette für mehr Nachhaltigkeit zu sorgen, schonend mit unseren Ressourcen umzugehen und ganzheitlichen Umweltschutz in der Produktion und im Handel umzusetzen. Dies kann nur gelingen, wenn wir als Gemeinschaft agieren und viele Stakeholder in die Umsetzung unserer Ziele einbeziehen. Es braucht den Einsatz sämtlicher Fachbereiche, um die Themen auch im Tagesgeschäft des Unternehmens zu verankern und langfristig erfolgreich zu sein. Zudem wollen wir das Engagement und die Arbeit der Landwirte gegenüber der Gesellschaft noch sichtbarer machen.

Deshalb haben wir in 2019 daran gearbeitet, den offenen Dialog mit den Stakeholdern zu fördern und mehr Transparenz in allen Bereichen des Unternehmens zu ermöglichen. Denn: Unser Anspruch, verantwortungsvoll und unternehmerisch zu handeln, bezieht sich nicht nur auf unsere Kunden und deren Bedürfnisse. Wir sind auch unseren Landwirten, Mitarbeitern und Partnern verpflichtet. Es ist essentiell, dass wir ihre Bedürfnisse kennen und ihre eigenverantwortlichen Bemühungen noch besser unterstützen – für eine faire und nachhaltigere Zukunft für alle.

Klimaschutz auf den Höfen.

Umweltschutz ist auf den meisten Milchviehbetriebe eine Selbstverständlichkeit. Jeder zweite Betrieb setzt auf erneuerbare Energien aus Solarkraft oder Biogas und optimiert seinen Energieverbrauch mit Anlagen zur Wärmerückgewinnung. Beim Melken und Kühlen der Rohmilch nutzen viele Höfe energiesparende Platten- und Rohrkühler. Außerdem kümmern sich unsere Landwirte mit Herzblut um ihre Tiere und arbeiten kontinuierlich daran, die Haltungsbedingungen und die Kälberaufzucht ideal zu gestalten.

1 Basis: Selbsteinschätzungsdaten 2019 und zusätzliche Erhebung zur Anbindehaltung im Sommer 2018. Bei der Erhebung wurden Betriebe, die nicht an der Selbsteinschätzung teilgenommen haben, direkt befragt.
2 Durchschnittswert, Hochrechnung auf Basis der Milchmenge in der Selbsteinschätzung

Dies beginnt bereits bei der Beschaffung der Futtermittel. Im Jahr 2019 lag der Anteil an GVO-freien Futtermitteln nach dem VLOG-Standard bei unseren Milchbetrieben bei 64 %. Für die genossenschaftliche Milchmenge, deren Futtermittel nicht dem VLOG-Standard unterliegen werden durch DMK SFAP-Zertifikate (Sustainable Farming Assurance Program) erworben. Diese beruhen auf den etablierten FEFAC-Richtlinien und damit dem europäischen Standard für nachhaltige Futtermittel. Dieser schreibt unter anderem den Verzicht auf Kinderarbeit, Respekt vor ausgewiesenen Natur- und Landschutzgebieten, den Nachweis der Eigentumsrechte und die Beachtung der Regeln des integrierten Pflanzenanbaus vor.  

Fast 20 Prozent der DMK-Milcherzeuger verzichten komplett auf Soja. Fast 84 Prozent aller Milcherzeuger erzeugen Futterkomponenten zu mehr als der Hälfte selbst oder beschaffen sie regional, und über 14 Prozent setzten sogar ausschließlich selbst erzeugte oder regional beschaffte Futtermittel ein. Der Einsatz nachhalti­­ger Futtermittel in der DMK-Milcherzeugung steigt somit weiterhin kontinuierlich an.

 

Einsatz regional erzeugter Futtermittel 2019 Anteil in %
Betriebe mit ausschließlich (100%) 13,9
Betriebe mit überwiegend (>50%) 83,4
Betriebe mit weniger als der Hälfte (<50%) 2,7
Regional erzeugten Futterkomponenten in der Gesamtration, auf Basis Selbsteinschätzung

Neben ihrer Arbeit auf dem Hof sorgen zahlreiche Landwirte obendrein für Transparenz. Sie gewähren Konsumenten Einblicke in ihre tägliche Arbeit, ob auf dem Hof oder in den sozialen Netzwerken, und machen mit ihrer aktiven Öffentlichkeitsarbeit die Bemühungen der Milchwirtschaft für mehr Tierwohl und Umweltschutz sichtbar. Dieses Engagement wollen wir als DMK würdigen und Landwirte auf dem Weg, den sie beschreiten, noch stärker als bisher unterstützen.

Umfassende Überarbeitung des Milkmaster-Programms.

Seit 2013 ist es im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie DMK 2020 unser Anliegen, auch die Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten. Unser wichtigstes Instrument ist dabei nach wie vor das Milkmaster-Programm, welches Landwirte unter anderem bei der Umsetzung von mehr Tierwohl und Umweltschutz unterstützt.

Nach der letzten Aktualisierung des Programms in 2018 wurden im vergangenen Jahr weitere Überarbeitungen angestoßen, die zum 1. Januar 2020 wirksam wurden. Ein wichtiger Punkt war hier die leichtere Handhabung. Damit reagiert DMK unmittelbar auf den Wunsch nach mehr Transparenz und Übersichtlichkeit seitens der Landwirte, die sich auf ihren Höfen täglich für hohe Milchqualität auf Basis nachhaltiger Produktionsweisen einsetzen.

 

Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir die Komplexität des Bonusprogramms verringert. Anstatt der bisherigen 13 werden nur noch 4 Bonuskriterien einbezogen: Lebensdauer, Weidegang, Eutergesundheit und Bestandsbetreuung. Auch die jährliche Selbsteinschätzung der Landwirte als Voraussetzung für den Milkmaster-Bonus entfällt. Künftig ist nur noch die Milchmengenplanung in den Zeiträumen vom 1.-28. Februar sowie 1.-31. August entscheidend.

Ab 2020 wird es außerdem einen neuen Audit-Rhythmus geben, der einen branchenweiten QM-Standard nutzt. Angekündigte QM-Audits werden dann grundsätzlich nach drei oder – im Falle von Punktzahlunterschreitungen – nach eineinhalb Jahren durchgeführt. Die Bonusüberprüfung findet nicht mehr über eigene Audits statt, sondern wird über die neu entwickelte Online-Plattform „myMilk“ durchgeführt.

Zudem wurde der Milkmaster-Kodex überarbeitet und vereinfacht. Dieser Leitfaden für mehr Nachhaltigkeit in den Milchbetrieben fokussiert sich nun verstärkt auf zentrale Themen, die für eine ökonomische, ökologisch und gesellschaftlich verantwortungsvolle Milcherzeugung wichtig sind. Unter anderem stehen und tierwohlorientierte und Umweltschutzaspekte auf den Höfen im Vordergrund.

Der neue Bonus ist auch das Ergebnis des langen Dialogs mit den Landwirten, die am Milkmaster-Programm teilnehmen. Ihre Kriterien für die erfolgreiche Umsetzung haben wir in die Optimierung des Programms einfließen lassen. Damit schaffen wir mehr Klarheit, Transparenz und Fairness für die Betriebe und machen es für alle Beteiligten einfacher, mehr Nachhaltigkeit zu leben.

Klimaschutz in der Produktion.

Auch in der Milchverarbeitung nimmt das Thema Nachhaltigkeit eine wesentliche Bedeutung ein. Dabei setzen wir an einem wichtigen Punkt an: bei der Gewinnung und dem Verbrauch der in den Werken genutzten Energie. Darüber hinaus hat sich DMK in 2019 erneut mit der Optimierung des Wasserverbrauchs, der Abwasserentsorgung und -wiederaufbereitung und der Einhaltung neuer, strengerer Richtlinien für die Werksemissionen beschäftigt. Dies unterstreicht auch das ISO 14001 Zertifikat, das die Grundlage für unser Umweltmanagementsystem bildet.

Im vergangenen Jahr wurde das Energiemanagement in das Integrierte Managementsystem der DMK Group implementiert. Alle 20 DMK-Standorte sind nach ISO 50001, der weltweit gültigen Norm für systematisches Energiemanagement, zertifiziert und entsprechen damit höchsten Anforderungen an den verantwortungsvollen Umgang mit Energie.

Trotz umfassender Veränderungen in der Unternehmensstruktur, der Überarbeitung des Produktsortiments und Anpassungen im Herstellungsprozess ist der Energiebedarf in den Werken in 2019 im Vergleich zum Vorjahr gesunken.

Direkter Energieverbrauch (kWh)201920182017
Direkter Energieverbrauch gesamt1.471.028.2611.489.191.4871.643.414.055
Davon direkte Energie aus nicht erneuerbaren Energieträgern1.459.152.2221.483.917.4121.629.212.626
Strom284.491.217298.250.903320.930.023
Erdgas1.053.050.2591.042.476.6651.086.006.499
Fernwärme46.811.55653.374.63948.739.461
Dieselkraftstoff/aus Rohöl veredelte Brennstoffe87.810.39086.079.87994.677.224
Flüssiggas661.414743.947754.680
Heizöl1.978.7252.991.3792.450.006
Davon direkte Energie aus erneuerbaren Quellen11.876.03914.274.07514.201.429
Wasserkraft0392.036518.868
Biomasse11.876.03913.882.03913.682.561
DMK GmbH inklusive aller mind. 75%-Töchter, ohne DOC Kaas. Grundlage für die Erhebung der direkten Energie aus nicht erneuerbaren Energieträgern sind tatsächlich verbrauchte Energiemengen; Grundlage für die Erhebung der direkten Energie aus erneuerbaren Energieträgern ist bei Biomasse der Zukauf bzw. die Umrechnung des Holzverbrauchs. Biomasse am Standort Waren. Die erzeugte Menge Strom aus Wasserkraft entfällt bedingt durch den Verkauf des Standortes Rimbeck.

Mit einem Minderverbrauch von ca. 1,7% gegenüber dem Vorjahr haben wir erneut Energieeinsparungen innerhalb unserer Produktion erreicht. Hier wollen wir in Zukunft weiter ansetzen, um kontinuierlich für mehr Energieeffizient in den Werken zu sorgen.

Im Rahmen der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten „Kopernikus-Projekte für die Energiewende“ erforscht DMK weitere Möglichkeiten, die Energie in den Werken effizient zu nutzen. In unserem Teilprojekt „SynErgie“ treiben wir entscheidende Modellrechnungen voran, die Aufschluss darüber geben, wie einzelne Produktionsprozesse und -anlagen flexibel und rentabel in den Energiemarkt einbezogen werden können.

Dieses Wissen konnten wir in 2019 auch ganz praktisch anwenden – in unserem Werk in Edewecht. Mit einer eigenen Gas- und Dampfanlage erzielte DMK an diesem Standort weitere Vermarktungserfolge aus selbst erzeugter Energie. Zudem wurde ein Kältelager integriert, das die Anlage bei niedrigen Energiepreisen absichert.

Die DMK Group hat sich bereits erfolgreich für die zweite Förderphase beworben und wird nun 3 weitere Jahre an der Flexibilität von Kühllagern forschen. Zu diesem Zweck sollen ab 2020 mehr Werke auf mögliche Maßnahmen zur Optimierung überprüft werden.

Nicht nur Energie, auch Wasser ist ein wichtiger Bestandteil der Produktion. Auch hier haben wir in 2019 an entscheidenden Stellschrauben gedreht, um den Wasserverbrauch weiter zu senken und so für mehr Nachhaltigkeit in unseren Werken zu sorgen.