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Aus dem Ehren­amt

Integrierter Geschäftsbericht 2019

Interview mit der Konzernleitung
Unser Weg 2030

In Zeiten von Corona ist der genossenschaftliche Gedanke so wichtig wie nie. Thomas Stürtz (Vorstandsvorsitzender der DMK eG) und Heinz Korte (Aufsichtsratsvorsitzender der DMK eG und DMK GmbH) bestätigen das. Als Landwirte kennen sie die Herausforderungen, denen die Betriebe gegenüberstehen, in ihren Funktionen im Ehrenamt der DMK-Gremien bewerten sie die Einflüsse auf die Molkerei. Hier sprechen sie über das vergangene Geschäftsjahr und die wichtigen Meilensteine im Wandel der DMK Group.

Sehr geehrte Damen und Herren,

die aktuelle Situation ist nicht nur für die Milchwirtschaft eine große Herausforderung. Das Coronavirus schafft neue Rahmenbedingungen für unsere Gesellschaft, die niemand hätte vorhersehen können. Im Frühjahr 2020 lässt sich noch sehr schwer abschätzen, wie sich die Lage in den kommenden Wochen und Monaten verändern wird und wir müssen die Ereignisse täglich neu bewerten und entsprechend darauf reagieren.

Bei DMK haben wir frühzeitig eine Arbeitsgruppe eingerichtet, um unser Unternehmen auf sämtliche Szenarien vorzubereiten und alle notwendigen Maßnahmen zum Schutz von Mitarbeitern und Landwirten koordinieren zu können. Die Bewältigung dieser Krise ist jedoch eine Gemeinschaftsaufgabe. Das umsichtige Verhalten und verantwortungsvolle Handeln jedes einzelnen wird dazu beitragen, die Ausbreitung des Coronavirus‘ zu verlangsamen und die Krise so am Ende erfolgreich zu meistern.

Gerade jetzt zeigt sich, wie sehr wir von dem genossenschaftlichen Gedanken profitieren, auf dem unser Unternehmen begründet wurde. Denn eine starke Genossenschaft ist die Grundlage einer starken DMK Group.  Jetzt zahlt sich aus, dass wir uns neu aufgestellt haben.

Unser Wir-Gefühl spielte auch schon in 2019 eine entscheidende Rolle, innerhalb des Unternehmens, aber auch in der gesamten Landwirtschaft. Denn die – das spüren wir alle immer deutlicher – steht unter großem Druck. Da sind zum einen die hohen und vielfältigen Anforderungen der Verbraucher und des Lebensmitteleinzelhandels, zum anderen neue Gesetze und Vorgaben der Regierung, die unsere Arbeit immer schwieriger machen. Umso wichtiger ist es, dass wir gemeinsam für unsere Interessen eintreten. Denn diese Anforderungen sind nicht ohne Aufwand zu haben. Und dieser Aufwand muss entsprechend entlohnt werden.  Aus diesem Grund hat Ingo Müller auch die Sektorstrategie Milch angestoßen. Mit ihr wollen wir uns gemeinsam als Branche eine neue und gestärkte Position innerhalb der Gesellschaft und der Politik erarbeiten, um unsere Interessen auf Augenhöhe vertreten zu können.

Was die Milchwirtschaft im Allgemeinen betrifft, gilt ganz konkret auch für die DMK Group: Wir können und wollen uns den Wünschen unserer Kunden nicht verschließen, andernfalls werden wir zu einem unternehmerischen Auslaufmodell. Deshalb haben wir bereits 2016 begonnen, unser Unternehmen neu ausgerichtet – ein wichtiger Schritt, um die DMK Group zukunftsfest zu machen. Durch den Einsatz aller Abteilungen und die engagierte Arbeit der Landwirte, die dieses Vorhaben mitgetragen haben, ist es uns als Gemeinschaft gelungen, DMK auf einen neuen Kurs zu bringen.

Damit sind wir allerdings noch nicht am Ende unserer Reise angekommen. Im Juni 2019 haben wir unsere Vision 2030 vorgestellt. In diesem Leitbild haben wir nicht nur die neue Ausrichtung der DMK Group festgeschrieben, wir haben auch klare Ziele formuliert, mit deren Erreichung wir uns auf die sich verändernde Welt in den kommenden 10 Jahren vorbereiten. Dazu wollen wir den Blick noch stärker auf die Konsumenten richten und uns zu einem Partner entwickeln, der sie mit hochwertigen Produkten in allen Lebensphasen begleitet.

Dabei haben wir aber nicht unsere Wurzeln als Genossenschaft und Unternehmen der Landwirte vergessen. Ganz im Gegenteil, der Dialog zwischen DMK und den Landwirten ist uns ein wichtiges Anliegen. Deshalb arbeiten wir kontinuierlich daran, diesen noch weiter zu stärken, auch wenn uns das vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie vor Herausforderungen stellt. Denn vor allem die wichtige Gremienarbeit sorgt hier für mehr Transparenz und Offenheit. Beides ist unbedingt notwendig, wenn wir Landwirte unterstützen und ihre Arbeit fair bezahlen wollen. Ihre Anliegen sind der Taktgeber für konkrete Maßnahmen des vergangenen Jahres und werden bei der Umsetzung des Leitbilds 2030 stets einbezogen. So haben wir unter anderem wichtige Änderungen am Milkmaster-Programm vorgenommen, um die Handhabung für Landwirte zu vereinfachen. Gleichzeitig wurde mit myMilk eine neue digitale Plattform eingefügt, die den Kontakt zwischen DMK und den Landwirten vereinfachen wird. Auf Wunsch vieler Landwirte haben wir außerdem mehr Transparenz in der Milchgeldabrechnung geschaffen und die Zuschläge für GVO-freie Milcherzeugung, Logistik und Kühlkosten aktualisiert.

Doch zum vergangenen Jahr gehört auch die Tatsache, dass der Milchpreis nicht da war, wo er hingehört. Die Auszahlungsleistung blieb in 2019 hinter den Erwartungen zurück und lag rund 1 Cent unter dem Vergleichsschnitt unserer Wettbewerbsmolkereien. Das hat drei wesentliche Gründe. Da wären zum einen die Marktbedingungen, die in 2019 der gesamten Branche viel abverlangt haben. Zum anderen mussten wir im letzten Jahr einen Milchmengenverlust von 1 Mrd. kg Rohmilch verkraften. Zudem galt es laufende Investitionsprojekte abzuschließen, wie z.B. den Bau des Werks Strückhausen, den neuen Pulverturm in Beesten und die Konsolidierung der Eissparte. Diese Ausgaben haben 2019 ihren Höhepunkt erreicht und haben dementsprechend zu Buche geschlagen.

Die gute Nachricht jedoch ist: Nahezu alle Maßnahmen sind abgeschlossen, sodass wir jetzt unter neuen finanziellen Bedingungen arbeiten können. Die Altlasten der letzten Jahre können wir nun hinter uns lassen und uns voll und ganz auf die Zukunft konzentrieren. Diese wichtige Vorarbeit hilft uns jetzt, in Zeiten von Corona zu bestehen und auch nach der Krise unseren Weg im Sinne unserer Landwirte weiter gehen zu können. Wir werden unsere Vision 2030 für die DMK Group Schritt für Schritt und in engem Austausch und offenen Dialog mit unseren Landwirten und Mitarbeitern in die Tat umsetzen, damit wir am Ende alle gemeinsam vom Wandel profitieren. Davon sind wir, auch in herausfordernden Zeiten wie diesen, überzeugt.

 

Ihr Heinz Korte, Aufsichtsratsvorsitzender der DMK Group

Ihr Thomas Stürtz, Vorstandsvorsitzender Deutsches Milchkontor eG

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