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15.04.2021
Seit 125 Jahren werden am niederländischen Standort Hoogeveen Milchprodukte gemacht – und das vor dem Hintergrund einer bewegten Geschichte.

Alles begann im Nordosten Hollands, mit einer kleinen Dampfmolkerei. Nur 1100 Liter Milch produzierte das Werk am 6. Januar 1896, um Butter und Buttermilch herzustellen. Das Betriebsmodell war neu: die „Coöperatieve Stoomzuivelfabriek“, konzipiert als Genossenschaft, ermöglichte den beteiligten Landwirten erstmals mehr Planungssicherheit für den Absatz ihrer Milch. Die Investition lohnte sich: das Milchvolumen stieg auf zwölf Millionen Liter im Jahr 1912, was bald mehr Produktionskapazitäten erforderte. 1928 wurden mehrere Häuser angekauft, ein Kanal ausgehoben und eine Brücke gebaut, um das Werk zu erweitern. Alles sah rosig aus: bis die Wirtschafts- und Agrarkrise begann. Mit dem Börsencrash sanken die Milchpreise, 1931 erhöhten Frankreich und Deutschland auch noch ihre Einfuhrabgaben. Doch ein Molkereifonds von 1932 garantierte den Bauern einen Mindestmilchpreis. Erst fünf Jahre später war die Krise überwunden. Nach dem zweiten Weltkrieg kehrte noch mehr Ruhe ein: Das Werk übernimmt die Molkereigenossenschaft „De Vooruitgang“ (Der Fortschritt) und verarbeitet jährlich rund sechs Millionen Kilo Milch zu Käse. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, kommt es Anfang der 1960er Jahre zur Fusion mit weiteren Milchwerken. D.O.C. entsteht. 20 Jahre später wird der Standort Hoogeeven wieder umgebaut und automatisiert – 250 Tonnen Milchprodukte verlassen pro Woche das Gelände.

Die Fabrik um 1901. Für Landwirte war das genossenschaftliche Modell damals neu – und vorteilhaft. Seit 2003 wird auch im neuen Werk in Hoogeveen produziert.

1995 heißt das Werk D.O.C. Kaas. Ab 2008 wird der Molkereimarkt immer sprunghafter – eine neue Strategie soll Ertrag und Milchpreis sichern. Auch Überlegungen für weitere Fusionen sind im Gespräch. Nach und nach werden Pläne für einen Zusammenschluss mit der deutschen Molkereigenossenschaft DMK ausgearbeitet. 2016 wird endgültig unterzeichnet. Zum Vorteil für beide Seiten, denn die Strategien ergänzen sich gut: DMK arbeitet international, verfügt über ein großes Angebot an Milchprodukten und gute Positionen in Wachstumsmärkten. DOC Kaas verfügt über ein großes Know How in der Käseproduktion. Kapazitäten werden nun besser genutzt, Synergien gebildet, die Innovations- und Investitionskraft gesteigert. So entsteht eine Zusammenspiel auf Augenhöhe, das beiden Seiten den Weg auf dem internationalen Milchmarkt ebnet.

Ein speziell eingerichteter Wohnwagen von 1992, in dem Verbraucher Käse, Milch und Buttermilch kennenlernen und sich über die „D.O.C.“ informieren konnten.

Eine ganze Bandbreite an Uniekaas- Produkten ist im Laufe der Jahre entstanden. Dank Hoogeveen - und der Fusion mit DMK.

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