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Aktuelles zu Corona

Luisa Wagner

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24.04.2020

Ziemlich genau in der Mitte von Deutschland, irgendwo zwischen Kassel und Erfurt, liegt Ringgau-Datterode. Hier macht sich Luisa Wagner früh am Morgen auf zu den 150 Milchkühen, die auf dem Hof der Familie leben.

Ein fast normaler Start in den Tag für die junge Landwirtin, doch eben nur fast. Eigentlich würde die 22-Jährige jetzt mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern in der Fachschule sitzen, um für die Abschlussklausuren ihrer Ausbildung zur Agrarbetriebswirtin zu pauken. Die Fachschule für Agrarbetriebswirtschaft ist wegen der Corona-Sicherheitsmaßnahmen jedoch geschlossen worden. Und so musste sie das heimische Büro kurzerhand zum Klassenzimmer umfunktionieren. Die Prüfungen stehen schließlich trotzdem an.

Neben den Schulaufgaben ist Luisa Wagner auch im Betrieb weiterhin stark eingespannt, denn sie hat große Ziele: „Noch führen meine Eltern den Hof offiziell alleine. Nach meiner Ausbildung, die im Sommer endet, steige ich in den Betrieb mit ein. Dafür gründen meine Eltern und ich eine GbR“, erklärt Wagner stolz.

„Ich denke, dass das Ansehen der Landwirtschaft positiv verstärkt wird, weil in Zeiten wie diesen mit Export- und Importeinschränkungen besonders heimische und regionale Lebensmittel gebraucht und geschätzt werden.“

Luisa Wagner

Außer, dass ihr Büro plötzlich auch als Klassenzimmer fungieren muss, merkt sie gar nicht so viel von der aktuellen Situation. „Ein paar Ersatzteile für Maschinen sind gerade schwierig zu bekommen. Ansonsten läuft es auf dem Hof eigentlich wie immer. Die Futtermittellieferanten und Milchabholer, die Servicetechniker, Tierärzte und Klauenschneider, sie alle kommen zu uns auf den Hof und arbeiten genauso fleißig wie vor Corona – nur eben mit einem großen Sicherheitsabstand“, berichtet sie. „Und sowieso versucht man hier in Ringgau, aktuell nur den nötigsten Kontakt mit anderen Menschen zu haben, sicher ist sicher!"

Wenn Luisa Wagner an die Zeit nach Corona denkt, hat sie einen Wunsch: „Ich hoffe, dass sich das Ansehen der Landwirtschaft nachhaltig verbessern wird. In Zeiten wie diesen, in denen Menschen die Importbeschränkungen in den Supermärkten zu spüren bekommen, sind sie dankbarer für regionale und heimische Lebensmittel. Ich wünsche mir, dass die aktuelle Situation für uns Landwirte daher auch etwas Gutes hat und zu einem positiven Umdenken in unserer Gesellschaft beiträgt.“

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