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Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2018

Vorwort Ehrenamt

Zur Person Thomas StürtzSeit 2007 ist Thomas Stürtz Vorstandsmitglied der Deutsches Milchkontor eG und wurde 2016 auch zum Vorstandsvorsitzenden berufen. Der 52-jährige Diplom-Ingenieur und Landwirt übernahm im Jahr 2000 den Milchviehbetrieb seiner Eltern und führt diesen seitdem mit rund 350 Milchkühen. Sein Team besteht aus einem Betriebsleiter, einem Herdenmanager, zwei Mitarbeitern und einem Auszubildenden. Thomas Stürtz ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

Zur Person Heinz KorteSeit 2015 ist Heinz Korte Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Milchkontor eG und hat seit 2016 auch den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden der DMK GmbH inne. Zuvor war er Vizepräsident des Landvolk Niedersachsen. Der 55-jährige Landwirtschaftsmeister übernahm im Jahr 1990 den elterlichen Milchviehbetrieb in Bremervörde und führt diesen seitdem mit rund 200 Milchkühen. Sein Team besteht aus einem Betriebsleiter, drei Mitarbeitern und einer Auszubildenden. Heinz Korte ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

Sehr geehrte Damen und Herren,

im zurückliegenden Geschäftsjahr haben wir unsere konsequente Ausrichtung auf den Absatzmarkt genauso weiter vorangetrieben wie die Veränderungen an den internen Prozessen und Systemen in der neuen Unternehmensstruktur. Wir haben an der Etablierung einer neuen Unternehmenskultur gearbeitet und wesentliche Punkte zur Stabilisierung des Geschäfts umgesetzt. Die vielen Aktivitäten zeigen, wozu wir in einer gemeinsamen Anstrengung in der Lage sind, aber auch, in welchem Ausmaß Veränderung und Weiterentwicklung notwendig waren und weiter sein werden.

 

Durch diese Weiterentwicklung ist es uns zwar gelungen, einen im norddeutschen Geschäftsumfeld durchweg wettbewerbsfähigen Milchpreis von 33,57 ct/kg inklusive aller durchschnittlichen Zuschläge und der Dividende auszubezahlen. Im Gesamtvergleich aller deutschen Molkereien lagen wir im Berichtsjahr 2018 allerdings leicht unter dem Durchschnitt. Genauso wichtig ist aber der Blick auf die Leistung des Unternehmens und die ersten Ergebnisse der Neustrukturierung: Mit einem stabilen Umsatz von knapp 5,6 Mrd. Euro, einem Ergebnis auf dem Vorjahresniveau von 30,6 Mio. Euro sowie einer Eigenkapitalquote von 30,9 Prozent haben wir die DMK Group trotz der weiter herausfordernden Marktsituation und des Verlusts von Milchmengen wirtschaftlich in sehr stabilem Fahrwasser gehalten.

 

An dieser Stelle möchten wir uns ausdrücklich bei Volkmar Taucher bedanken, der unser Unternehmen seit nun zwölf Jahren als Chief Financial Officer führt. Herr Taucher war dabei maßgeblich am Erfolg unserer Neuausrichtung beteiligt und hat in den vergangenen Jahren nicht zuletzt mit zahlreichen Kapital- und Finanzierungsmaßnahmen den finanziellen Freiraum für unseren neuen Kurs und die Stabilität unseres Unternehmens entscheidend mit begleitet. Im Juli übergibt er im Rahmen der Altersnachfolge seine Position als Chief Financial Officer der DMK Group an Dr. Frank Claassen, der bislang als Vice President Finance Europe bei der Beiersdorf AG beschäftigt war. Wir freuen uns auf eine ebenso gute und erfolgreiche Zusammenarbeit mit diesem ausgewiesenen Finanzexperten.

 

Eine solche Zusammenarbeit ist auch über die Grenzen unseres Unternehmens und unserer Genossenschaft hinaus erforderlich, wenn es um die Belange der Milcherzeuger und unserer Branche geht. Das hat der Ausnahmesommer des Berichtsjahres ein weiteres Mal deutlich gezeigt. Temperaturen bis fast 40 Grad, trockene Äcker, brennende Felder und dürres Gras hatten auch für die Milcherzeuger schwerwiegende Konsequenzen: Der Stress für die Tiere stieg ebenso wie ihr Nahrungsbedarf, die Milchleistung ging zurück, Futtermittel wurden knapper, was deutlich höhere Kosten für die Landwirte bedeutete.

 

Darüber hinaus hat sich im Berichtsjahr gezeigt, dass sich unsere Branche eigenständiger organisieren muss und eine Sektorstrategie für die Milchwirtschaft benötigt, damit die Branche auf dem Heimatmarkt ebenso wie auf den Weltmärkten bestehen kann. DMK hat den Impuls für eine solche Strategie mitgetragen, der positiv von Politik und Verbänden aufgenommen wurde. Konkret bedeutet dies, dass wir eine gemeinsame Zukunftsvision und gemeinsame Zielvorstellungen entwickeln müssen. Jetzt gilt es, alle Verbände und Organisationen der Milchwirtschaft zu motivieren, sich in diesen Prozess einzubringen und zusammen Handlungsfelder sowie konkrete Lösungen zu entwickeln.

 

Was uns mit Sicherheit auch in Zukunft weiter begleiten wird, ist die hohe Volatilität des Milchpreises. Vor diesem Hintergrund haben wir uns im Berichtsjahr in den Gremien intensiv mit einer Lösung für die teilweise Absicherung der Milchpreise über die Börse weiter auseinandergesetzt. Unser Ziel ist es, unseren Mitgliedern ein exklusives Absicherungsmodell anzubieten, das ihre Finanz- und Planungssicherheit verbessert.

 

Unserem Selbstverständnis als moderne Genossenschaft entsprechend sind wir im vergangenen Jahr außerdem einen ersten Schritt hin zu einer zeitgemäßen, stärker an der Wertschöpfung orientierten Bezahlung der Milchinhaltsstoffe gegangen und haben zum 1. Januar 2018 das Verhältnis von Fett und Eiweiß in der Bezahlung von 1 : 2 auf 1 : 1,5 verändert. Zum 1. Januar 2019 haben wir eine Bezahlung im Verhältnis 1 : 1 eingeführt.

 

Auch beim Milkmaster-Programm, das unsere Standards für eine verantwortungsvolle Milcherzeugung festlegt, haben wir im Jahr 2018 einiges angepasst und das System für die Milcherzeuger einfacher gestaltet. Derzeit arbeiten wir an einer marktorientierten Weiterentwicklung des Programms, mit der wir im kommenden Jahr die Integration des DOC Kaas-Systems MELKkompas vorantreiben und uns auf die relevanten Themen der Zukunft konzentrieren wollen.

 

Unsere zukunftsfähige Neuausrichtung kommt an: Inzwischen interessieren sich wieder vermehrt neue Milcherzeuger für eine Mitgliedschaft bei DMK. Dabei gibt die im Vorjahr vorgenommene Senkung der zweijährigen Andienungspflicht auf ein Jahr den Milcherzeugern zusätzliche Flexibilität.

 

Solche Bedürfnisse unserer Mitglieder zu erkennen und umsetzungsfähige Lösungen für sie zu erarbeiten, war im Berichtsjahr unser zentrales Anliegen und bleibt dies auch in Zukunft, denn wenn wir bei DMK von „wir“ sprechen, meinen wir alle Mitarbeiter und Landwirte – insgesamt also rund 14.000 Menschen und oftmals darüber hinaus auch deren unmittelbare Familienmitglieder auf den Höfen. Für- und miteinander haben wir in den beiden vergangenen Jahren enorm viel bewegt und erreicht. Dabei haben wir unseren Blick außer auf das Tagesgeschäft auch in die Zukunft gerichtet, um uns heute schon gezielt mit den Märkten von morgen auseinanderzusetzen und uns auf diese vorzubereiten, denn der Weg, den wir heute einschlagen, bestimmt unseren künftigen Erfolg und unsere Wettbewerbsfähigkeit in den kommenden Jahren. Lassen Sie uns diesen Weg auch in diesem Jahr gemeinsam weitergehen und dem Markt unsere Leistungsfähigkeit als zukunftsfähiges Unternehmen und moderne Genossenschaft beweisen. Wir im Ehrenamt werden diesen Weg weiter intensiv in den verschiedenen Gremien unserer Genossenschaft vorantreiben.

 

Ihr Heinz Korte, Aufsichtsratsvorsitzender

Ihr Thomas Stürtz, Vorstandsvorsitzender Deutsches Milchkontor eG

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