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Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2018

Management

Nachhaltigkeit ist bei DMK eine Querschnittsaufgabe, denn die Umsetzung bindet unterschiedliche Fachbereiche wie Einkauf, Landwirtschaft, Arbeitssicherheit/Umweltschutz, Energiemanagement und Qualitätsmanagement ein. Diese Fachbereiche arbeiten eigenverantwortlich an den anstehenden Aufgaben im Bereich der Nachhaltigkeit, da diese Themen in den Prozessen der jeweiligen Abteilungen verankert und somit Teil des Tagesgeschäfts sind. Die Geschäftsführung stimmt sich regelmäßig mit den Gremien zu Nachhaltigkeitsfragen ab und trifft ihre Entscheidung auf der Basis dieses engen Miteinanders.

Nachhaltigkeit verändert Rahmenbedingungen

Seit einigen Jahren sieht sich DMK im Hinblick auf das Thema Nachhaltigkeit mit wachsenden Anforderungen aus dem Markt konfrontiert. Themen wie Tierwohl – speziell die Anbindehaltung, die Kälberaufzucht und der Einsatz von Antibiotika –, gentechnikfreie Fütterung, ökologische Landwirtschaft, Regionalität, Weidemilch, CO2-Reduktion sowie laktosefreie und vegane Produkte werden insbesondere von den Kunden aus Handel und Lebensmittelindustrie immer öfter platziert.

Durch die gestiegenen Anforderungen entstehen in den landwirtschaftlichen Betrieben häufig höhere Produktionskosten. Zudem ist oftmals vom Ursprung bis zum Verpackungsvorgang eine Separierung der Warenströme erforderlich. Bei manchen Forderungen wie beispielsweise der Weidehaltung ist eine flächendeckende Umsetzung aufgrund unterschiedlicher Standortgegebenheiten nicht möglich. Nicht zuletzt führen die neuen Anforderungen im Hinblick auf die Nachhaltigkeit auch zu Zielkonflikten. So sind beispielsweise bei einer differenziert erforderlichen Abholung der Milch zusätzliche Touren erforderlich und separate Warenströme erfordern weitere, aufwendige Reinigungen in den Werken.

Diese Auswirkungen werfen ein Schlaglicht darauf, dass sich die marktseitig geforderten Umstellungen nur bei entsprechender Nachfrage und angemessener Honorierung wirtschaftlich durchführen lassen. Außerdem zählt die Verfügbarkeit von Produkten wie etwa nachhaltigen Futtermitteln oder nachweislich gentechnikfreien Stabilisatoren am Beschaffungsmarkt zu den notwendigen Voraussetzungen. Den Milcherzeugern fordern solche Veränderungen ein hohes Maß an unternehmerischer Flexibilität ab, die sich nur mit angemessenen Vorlaufzeiten und nicht im Rahmen der von Verbrauchern und Händlern oft erwarteten schnellen Umstellungen entfalten kann.

DMK stellt Produkte in hoher Qualität her und engagiert sich für das gemeinsame Anliegen der Branche, die heimische Milchwirtschaft zu stärken und die Anforderungen des Marktes für die Milcherzeuger wirtschaftlich umzusetzen.

Strategisches Nachhaltigkeitsmanagement

Vor diesem Hintergrund verfolgt DMK bereits seit dem Jahr 2013 mit der Nachhaltigkeitsstrategie DMK 2020 und dem Milkmaster-Programm einen ganzheitlichen Ansatz zur Steigerung der Nachhaltigkeit in der Milcherzeugung und -verarbeitung. Dabei steht für DMK ein wirtschaftliches Unternehmertum im Fokus, das die Anforderungen von Kunden und Verbrauchern mit den betrieblichen Anforderungen der Milcherzeuger in Einklang bringt. Die Strategie konzentriert sich deshalb nicht nur auf einzelne Aspekte wie etwa die Weidehaltung oder GVO-freie Milch, sondern auf die umfassende und vielschichtige Integration von Aspekten beispielsweise des Tierwohls, des Umweltschutzes und der wirtschaftlichen Perspektive der Milcherzeuger. Die Strategie wurde im Jahr 2018 aktualisiert und umfasst nun zehn Schwerpunkte mit Zielen bis 2020.

Dialog mit Stakeholdern

Der intensive Austausch mit den unterschiedlichen Stakeholdern spielt für DMK traditionell eine wichtige Rolle.

Zu den wichtigsten Stakeholdergruppen der DMK Group zählen:

  • Milcherzeuger
  • Mitarbeiter
  • Geschäftspartner
  • Verbraucher/Öffentlichkeit
  • Politik/Behörden
  • Verbände/NGOs
  • Medien
  • Wissenschaft

Auf nationaler und internationaler Ebene unterhält DMK gemäß einer aktuellen Überprüfung Mitgliedschaften in mehr als 100 Organisationen und Verbänden. Eine Übersicht über die wesentlichen Mitgliedschaften findet sich hier.

DMK ist unter anderem über Gespräche, Veranstaltungen und Arbeitsgruppen regelmäßig mit einer Vielzahl von Stakeholdern in Kontakt. Eine Auswahl aus dem Berichtszeitraum zeigt die Tabelle:

DMK im Dialog Ausgewählte Veranstaltungen und Aktivitäten
DMK-Vertreter bei Veranstaltungen  
  • Teilnahme an Landwirtschaftsmessen (AGRAR Unternehmertage, Tarmstedter Ausstellung, LandTageNord, Norla, MeLa) und Vertriebsmessen in Hamburg, Köln, Frankfurt, Dubai, Amsterdam, Schanghai
  • Ingo Müller auf der Internationalen Grünen Woche
 
DMK als Gastgeber  
  • Gut 300 Besucher auf den Milkmaster-Farms
  • Barbara Otte-Kinast zu Besuch im Werk Zeven
 
DMK-Vertreter in Fach- und Arbeitsgruppen  
  • AG Umwelt beim Milchindustrie-Verband sowie bei der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie
  • Interessengemeinschaft Genossenschaftliche Milchwirtschaft (IGM)
  • Beirat beim Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. (VLOG)
  • Ines Krummacker beim Fachforum ländlicher Raum
 

Im Zusammenhang mit der Strategie DMK 2020 hat das Unternehmen im Jahr 2015 eine systematische Analyse der Stakeholder und ihrer Anliegen durchgeführt und überprüft diese seither regelmäßig über aktuelle Untersuchungen und Gespräche.

Zusätzlich nimmt DMK über Dialoge mit Stakeholdern laufend aktuelle Themen auf. Dabei behandeln die Fachbereiche potenzielle negative Auswirkungen nach dem Vorsorgeprinzip - beispielsweise durch das Milkmaster-Programm und Managementsysteme wie DIN EN ISO 14001 oder 50001.

Wesentlichkeitsanalyse nach GRI

Die Wesentlichkeitsanalyse nach GRI bildet die zentralen Anliegen von Stakeholdern ab. Themen, die für Stakeholder und DMK eine gleichermaßen hohe Bedeutung haben, hat das Unternehmen in einem umfassenden Prozess als die „wichtigsten wesentlichen Themen“ festgelegt. Diese haben für DMK einen längerfristigen Orientierungscharakter und unterliegen einem systematischen Management.

Wesentlichkeitsmatrix: Wesentliche Themen der DMK Group (GRI)

Im Jahr 2015 hat DMK eine Wesentlichkeitsanalyse nach GRI umgesetzt und darin die Anliegen von Stakeholdern gesammelt und bewertet. Als Quellen dienten unter anderem die jährliche Stakeholderbefragung, interne Befragungen des Vertriebs und der in das Nachhaltigkeitsprogramm DMK 2020 involvierten Fachbereiche, die Auswertung von Kunden- und Verbraucheranfragen sowie Ökobilanzstudien, eine Analyse der Aktivitäten von Wettbewerbern und das Fachgutachten eines Forschungsinstituts. Aus den rund 400 resultierenden Themen wurden Themenkategorien gebildet und anschließend die 25 wichtigsten Themen identifiziert. Die Einordnung in die Wesentlichkeitsmatrix basiert auf den umfassenden Stakeholder-Analysen und wird regelmäßig überprüft. Aktuelle Themen nimmt DMK über Dialoge mit Stakeholdern kontinuierlich auf.

Wesentliche Themen Inn­er­halb Auß­er­halb Managementansatz
  des Unter­neh­mens  
Milchpreis Unternehmensstrategie
Tierwohl Milkmaster
Futteranbau   Milkmaster
Transparenz in der Lieferkette   Lieferantenmanagement
Produktqualität und -sicherheit IFS, BRC, DIN EN ISO 22000, Integriertes Manage­mentsystem (IMS)
Ökobilanz DIN EN ISO 14044
Energie1   DIN EN ISO 14001, DIN EN ISO 50001, Integriertes Manage­mentsystem (IMS), weitere, zum Beispiel produktintegrierter Umweltschutz
Wasser1   DIN EN ISO 14001, Integriertes Managementsys­tem (IMS), weitere, zum Beispiel produktintegrier­ter Umweltschutz
Arbeitssicherheit und Gesundheits­schutz1   Arbeitsschutzmanagement, Integriertes Manage­mentsystem (IMS)
Arbeitgeber­attraktivität Unternehmensleitbild, Unternehmensstrategie, HR‑Strategie
1 Inklusive Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften

Weitere Kapitelthemen

Nachhaltigkeit