Nach oben

Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2018

Betrieblicher Umweltschutz

DMK beobachtet die Auswirkungen auf die Umwelt entlang der gesamten Wertschöpfungskette und hat sich verpflichtet, den betrieblichen Umweltschutz kontinuierlich zu verbessern. Dabei ist der Schutz von Ressourcen ein wichtiges Anliegen des Unternehmens. DMK arbeitet mit einem Integrierten Managementsystem (IMS), das die Systeme Qualität, Arbeitssicherheit, Umwelt und Energie kombiniert.

Erfolgreiches Umweltmanagement

Im Berichtsjahr waren 20 Standorte nach der Umweltmanagementnorm ISO 14001 zertifiziert. An diesen Standorten hat DMK im Jahr 2017 die neuen Anforderungen der aktualisierten ISO-Norm 14001:2015 in das bestehende Umweltmanagementsystem integriert. Die Zertifizierungsgesellschaft DQS hat im Berichtsjahr ebenso wie im Vorjahr die konforme Umsetzung der Anforderungen an allen zertifizierten Standorten bestätigt.

Um das Umweltmanagement weiter zu verbessern, hat DMK im Jahr 2018 mit der Einführung einer Umweltdatenbank begonnen. Die eigens für das Unternehmen programmierte Software soll zur transparenteren Nachverfolgung von Zielen und Maßnahmen beitragen.

Unterdurchschnittlicher Wasserverbrauch

Die spezifische Wassereffizienz weist den Wasserverbrauch pro Kilogramm Milchrohstoffeingang aus. Über alle DMK-Standorte hinweg gemessen lag diese im Berichtsjahr bei 1,08 l/kg. Nicht einbezogen sind dabei die Eisstandorte, da dort der Rohstoffeingang nicht auf Milch bezogen ist. Im Vergleich zu anderen deutschen Molkereien unterschreitet DMK damit den in der Umfrage „Wasser/Abwasser 2017“ des Milchindustrie-Verbands (MIV) ermittelten deutschlandweiten Durchschnitt von 2,05 l/kg deutlich.

Durchschnittlicher Wasserverbrauch von Molkereien

  • 1 Durchschnittswerte gemäß aktueller "MIV-Umfrage Wasser/Abwasser 2017"
  • DMK GmbH + mind. 75% Töchter (ohne DOC Kaas, sanotact, sunval, Arnoco, Strückhausen), Arnoco ist nicht mit einberechnet, da Anteil < 75%; Strückhausen ist aufgrund der Umbauphase in 2018 nicht berücksichtigt.

Der absolute Wasserverbrauch ist auch im Jahr 2018 weiter gesunken. Damit ist das Unternehmen seinem in der Strategie DMK 2020 formulierten Ziel einer Reduktion um 5 Prozent gegenüber dem Jahr 2015 erneut näher gerückt.

Dazu haben auch die im Berichtsjahr an den Standorten Hohenwestedt, Altentreptow und Holdorf umgesetzten Projekte zur Reduzierung des Wasserverbrauchs beigetragen. So sank durch die Einführung einer Kreislaufführung von Kühlwasser sowie die Aufbereitung und Wiederverwendung des bei der Milchverarbeitung entstehenden Brüdenwassers für die CIP-Reinigungsanlagen der spezifische Wasserverbrauch in Holdorf von durchschnittlich 2,54 l/kg im Jahr 2017 auf 1,67 l/kg im Jahr 2018. Im Vergleich zum Jahr 2015 ergibt sich daraus eine Reduktion um rund 40 Prozent.

Frischwasser (m³)

  • DMK GmbH + mind. 75% Töchter (ohne DOC Kaas, sanotact, sunval, Arnoco, Strückhausen), Arnoco ist nicht mit einberechnet, da Anteil < 75%; Strückhausen ist aufgrund der Umbauphase in 2018 nicht berücksichtigt.

 

 

Abwasserbehandlung modernisiert

Die europaweit gültige Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) hat das Ziel, alle europäischen Flüsse, Seen, Grundwasser und Küstengewässer in einen qualitativ „guten Zustand“ zu überführen, und bündelt dafür zahlreiche Einzelrichtlinien des Wasserrechts der EU. DMK hat im Berichtsjahr an den Standorten Altentreptow und Strückhausen in die Modernisierung der betriebseigenen Kläranlagen mit dem Ziel investiert, die Abwässer effektiver und energieeffizienter aufzubereiten und so einen weiteren Beitrag zu den Zielen der WRRL zu leisten.

Die im Juni 2017 in Kraft getretene neue Düngeverordnung, die das Aufbringen von Klärschlamm auf Flächen in der Landwirtschaft neu regelt, stellt DMK vor Herausforderungen. Das Unternehmen hat in diesem Zusammenhang Klärschlammkonzepte erarbeitet, deren Umsetzung auch in Zukunft eine kontinuierliche Entsorgung sicherstellt.

Abwasser (m³)

  • DMK GmbH + mind. 75% Töchter (ohne DOC Kaas, sanotact, sunval, Arnoco, Strückhausen), Arnoco ist nicht mit einberechnet, da Anteil < 75%; Strückhausen ist aufgrund der Umbauphase in 2018 nicht berücksichtigt.

Neue Entsorgungswege

Bei der Abfallverwertung engagiert sich DMK für eine getrennte Sammlung von Wertstoffen und deren Zuführung zur bestmöglichen Verwertung. Die in der Vergangenheit eingeführten Systeme zur Überwachung und Dokumentation der Abfälle haben zu einer erfolgreichen Umsetzung der neuen Gewerbeabfallverordnung an allen Standorten geführt. Aktuell arbeitet das Unternehmen an der Weiterentwicklung des bestehenden Wertstoffmanagements. Zu diesem Zweck hat DMK im Jahr 2018 in allen Werken eine Entsorgungsdatenbank eingeführt, die eine übersichtlichere Auswertung der Abfalldaten ermöglicht.

Darüber hinaus hat das Unternehmen für das in drei Werken anfallende Mono-APET einen neuen Entsorgungsweg gefunden. Nachdem die Folien in der Vergangenheit energetisch verwertet wurden, führt DMK die Stanzreste und andere Abfälle aus diesem Material nun einer höherwertigen Aufbereitung zu: Während des Recyclingprozesses wird das Mono-APET in mehreren Schritten gewonnen und für die Herstellung neuer Folien aufbereitet, wodurch es zur Schonung von Ressourcen beiträgt. Es können in 2019 voraussichtlich 24 Container Mono-APET-Verpackungsabfälle dem Recycling zugeführt werden. Europaweit ist DMK die erste Molkerei, die ihre PET-Verpackungsabfälle im großen Stil recyceln lässt.

  • DMK GmbH + 75%-Töchter (ohne DOC Kaas, sanotact, sunval, Rosen Eiskrem, Strückhausen)

Optimierter Immissionsschutz

Auch im Berichtsjahr hat sich DMK für eine Verbesserung des Immissionsschutzes und der Ressourceneffizienz engagiert. So hat das Unternehmen 2018 an den Standorten Edewecht und Zeven mit Gas- und Dampfturbinen zwei neue Energiezentralen errichtet. Die beiden neuen Anlagen unterschreiten bereits jetzt die ab 2025 geltenden Immissionsrichtwerte. Darüber hinaus hat das Unternehmen Maßnahmen zur Minderung der Schallemissionen zum Schutz der Nachbarschaft und der Mitarbeiter umgesetzt. Zu diesen zählen unter anderem eine Lärmschutzwand am Standort Dargun und die Ausstattung der Endverpackung mit Lärmschutzbaffeln in Georgsmarienhütte.

Im Jahr 2017 ist die 42. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (42. BImSchV) über Verdunstungskühlanlagen, Kühltürme und Nassabscheider in Kraft getreten. Die so genannte Legionellenverordnung zielt auf hygienegerechte Wartung und Pflege sowie hygienegerechten Betrieb dieser Anlagen. Um die Verordnung rechtskonform durchzuführen, hat DMK im Berichtsjahr knapp 50 Mitarbeiter über den TÜV Nord zu „Hygienisch fachkundigen Personen“ ausgebildet. Zum Juli 2018 hatte das Unternehmen die Anforderungen der 42. BImSchV an allen Standorten fristgerecht umgesetzt.

Spezifischer Energieverbrauch verbessert

Das Energiemanagement ist bei DMK Teil des Integrierten Managementsystems. Alle Standorte sind nach ISO 50001 zertifiziert. Die Energiebeauftragten der Standorte treffen sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch über Projekte und Einsparpotenziale. Die Abteilung Energie unterstützt das Management und die Werksleitungen bei der Bewertung von Änderungen in Gesetzen und Verordnungen wie beispielsweise dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) oder dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG), die sich für das Unternehmen finanziell deutlich auswirken können.

Die anhaltend hohe Zahl an Kundenanfragen zum Umwelt- und Klimaschutz zeigt, dass diese Aspekte für die Bewertung von DMK als Lieferanten zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Im Jahr 2018 ist der Energiebezug bei DMK annähernd gleich geblieben, obwohl sich die Werksstruktur, das Produktportfolio und viele Herstellprozesse verändert haben. In Relation zur Milchmenge hat sich jedoch der spezifische Energieverbrauch leicht verschlechtert.

In der Strategie DMK 2020 hat sich das Unternehmen bis zum Jahr 2020 Energieeinsparungen in Höhe von 15 Prozent gegenüber dem Verbrauch im Jahr 2011 zum Ziel gesetzt. Das für 2018 gesetzte Zwischenziel einer Verbesserung der Energieeinsparungen um 1,7 Prozent gegenüber 2011 hat DMK knapp verfehlt. Durch die Optimierung bestehender Prozesse und die Beschaffung energetisch optimierter Anlagen konnten im Berichtsjahr insgesamt ca. 26 Mio. kWh Energie im Vorfeld vermieden oder eingespart werden. Einen Beitrag dazu leistete die zweite so genannte Wärmeschaukel (W60), die DMK 2018 am Standort Altentreptow in Betrieb genommen hat. Die Wärmeschaukel spart in gekoppelten Wärme- und Kälteprozessen durch thermische Zwischenspeicherung Energie ein. Für signifikante Einsparungen sorgte außerdem der Neubau des Kesselhauses Nord am Standort Zeven. Das DMK-Energiemanagement prüft auch in Zukunft kontinuierlich an verschiedenen Standorten die Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit von Infrastruktur- und Energieeinsparprojekten.

Die direkten Treibhausgasemissionen in Scope 1 erhebt DMK im Zuge der Ökobilanzierung derzeit für die Produktion. Sie lagen 2018 mit 189.988 t 3,89 Prozent unter dem Vorjahreswert (DMK GmbH inklusive 75-Prozent-Töchter, Berechnung auf Grundlage der eingesetzten Gasmenge in der Produktion).

Direkter Energieverbrauch (kWh)20182017
Direkter Energieverbrauch gesamt1.489.191.4871.643.414.055
Davon direkte Energie aus nicht erneuerbaren Energieträgern1.483.917.4121.629.212.626
Strom298.250.903320.930.023
Erdgas1.042.476.6651.086.006.499
Fernwärme53.374.63948.739.461
Dieselkraftstoff/aus Rohöl veredelte Brennstoffe86.079.87994.677.224
Flüssiggas743.947754.680
Heizöl2.991.3792.450.006
Davon direkte Energie aus erneuerbaren Quellen14.274.07514.201.429
Wasserkraft392.036518.868
Biomasse13.882.03913.682.561
DMK GmbH inklusive aller mind. 75%-Töchter, ohne DOC Kaas. Grundlage für die Erhebung der direkten Energie aus nicht erneuerbaren Energieträgern sind tatsächlich verbrauchte Energiemengen; Grundlage für die Erhebung der direkten Energie aus erneuerbaren Energieträgern ist bei Biomasse der Zukauf bzw. die Umrechnung des Holzverbrauchs. Wasserkraft am Standort Rimbeck, Biomasse am Standort Waren.

Forschungsnetzwerk für Energiewende

Seit 2016 nimmt DMK an den vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten „Kopernikus-Projekten für die Energiewende“ teil. Im Rahmen dieser Forschungsprojekte entwickeln Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft technologische und wirtschaftliche Lösungen für den Umbau des Energiesystems. DMK engagiert sich im auf Industrieprozesse fokussierten Teilprojekt „SynErgie“ unter anderem beim Thema „Cross-Commodity and Demand Site Management“. Dabei wird über Modellrechnungen untersucht, inwieweit sich einzelne Produktionsprozesse und Anlagen rentieren und wie sie flexibel in den Energiemarkt einbezogen werden können. Ziel ist es, Vermarktungspotenziale für selbst erzeugte Energie zu erschließen. Im Jahr 2018 konnte DMK über die eigene Gas- und Dampfanlage in Edewecht die Vermarktungserfolge steigern. Im laufenden Jahr wird DMK zusätzlich ein Kältelager in die Modellierung integrieren, um in Zeiten niedriger Energiepreise Vermarktungserfolge zu generieren. Für die kommenden Jahre plant das Unternehmen eine Ausweitung auf weitere Kühllager.

Weitere Kapitelthemen

Milchverarbeitung