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Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2018

Genossenschaft

Mit rund 7.000 Milcherzeugern und genossenschaftlichen Mitgliedern der Deutschen Milchkontor eG und der DOC Kaas B.A. sowie einer insgesamt verarbeiteten Milchmenge von 8,0 Mrd. kg (inkl. Zukauf- und Tauschmilch) zählt die DMK Group zu den größten genossenschaftlich organisierten Molkereien in Europa. Die genossenschaftlichen Milcherzeuger lieferten dabei 5,3 Mrd. kg Rohmilch an.

Arbeitsmodell mit Tradition

In Deutschland blickt das Genossenschaftsmodell auf eine mehr als 200-jährige Tradition zurück. Bei DMK steht die genossenschaftliche Organisation für Selbstverwaltung, Miteinander, das Einstehen füreinander und Beständigkeit. Getragen wird die Genossenschaft durch den Einsatz ihrer Mitglieder und deren gemeinsame Bereitschaft zu Flexibilität und Wandel. DMK hat auch im Berichtsjahr das Ziel verfolgt, die Tradition in die Zukunft zu führen – nicht zuletzt durch die stetige Weiterentwicklung und moderne Gestaltung der Mitgliederbeziehungen. Darüber hinaus lag der Fokus erneut auf einem intensiven Dialog in der Genossenschaft und der Verbesserung der Kommunikation, der gerade in Zeiten der Veränderung und volatiler Märkte eine besondere Bedeutung zukommt.

Intensive Gremienarbeit

Die Genossenschaft ist in verschiedenen Gremien organisiert, die sich auch im Berichtsjahr zu unterschiedlichen Themen beraten und abgestimmt haben.

Vertreterversammlung

  • Sechs Vorversammlungen der Vertreter vom 4. bis 11. Juni 2018
  • Vertreterversammlung am 20. Juni 2018 mit Beschlussfassungen zum Jahresabschluss und zum Bilanzergebnis, Vorstellung der Kandidaten und anschließende Wahl der Aufsichtsratsmitglieder der Arbeitgeberseite, intensive Diskussion zur Ausrichtung der GmbH
  • Vier Vertreterbriefe nach den Beiratssitzungen als Information zu den wichtigsten Inhalten für die Vertreter
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Vorstand

  • 17 Sitzungen inklusive zweitägiger Klausurtagung
  • Altersbedingtes Ausscheiden von Vorstandsmitglied Reiner Lübben
  • Bestellung von Norbert Trecksler, zuvor Vorsitzender des „Arbeitskreises Junger Milcherzeuger“, durch den Aufsichtsrat als Vorstand
  • Erneute Bestellung von Dirk Schröder in den Vorstand und als stellvertretender Vorsitzender des Vorstands
  • Themen: Mitgliederbewegung durch ausgesprochene Kündigungen und dadurch drohender Milchverlust in der eG und GmbH, Mengensteuerungsmodelle im Marktkrisenfall, Akquise von Neumitgliedern, eingeleitete Verbesserung der Kommunikation zu den Mitgliedern und Vertretern durch Zwischeninfos wie etwa Vertreterbriefe oder Befragungen, Neugestaltung der Milchlieferordnung zum 1. Januar 2019
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Aufsichtsrat

 

  • Fünf Sitzungen
  • Offizielle Konstituierung in der ersten Sitzung nach der Vertreterversammlung 2018 mit Wahl von Heinz Korte als Vorsitzender und Dr. Herbert Grimberg als Stellvertreter für eine weitere Periode. Als erste Amtshandlung wählte das Gremium erneut Dirk Schröder zum Stellvertreter des Vorstandsvorsitzenden Thomas Stürtz.
  • Themen: kritische und intensive Diskussion zur Neuausrichtung der DMK Group, insbesondere zu Werksschließungen und Werklohnverträgen, Neugestaltung der Milchlieferordnung zum 1. Januar 2019
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Beirat

 

  • Vier Sitzungen inklusive zweitägiger Klausurtagung
  • Intensive Diskussion zur Neuausrichtung der DMK Group
  • Intensive Diskussion und Beschlussfassung zur Neugestaltung der Milchlieferordnung ab dem 1. Januar 2019
  • Erarbeiten von personellen Vorschlägen zur Nachbesetzung einer Vorstandsposition und zur Neubesetzung des Aufsichtsrats der DMK eG
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Kontinuierlicher Dialog mit genossenschaftlichen Mitgliedern

Im Frühjahr 2018 haben Geschäftsleitung und Ehrenamt den Milcherzeugern auf zehn regionalen Mitgliederversammlungen den Stand der Neuausrichtung des Unternehmens präsentiert und die Ergebnisse mit ihnen diskutiert. Dabei standen Thomas Stürtz , Vorsitzender der Genossenschaft, und Heinz Korte, Vorsitzender des Aufsichtsrats, sowie Dr. Klaus Hein, Geschäftsführer der eG, den Mitgliedern zum Kurs des Unternehmens und zu Themen wie Milchgeld oder Milchmengenentwicklung Rede und Antwort.

Im Herbst 2018 trafen regionale Vorstände, Aufsichtsratsmitglieder und Regionalleiter die Mitglieder auf insgesamt 70 Bezirksversammlungen im Erfassungsgebiet der DMK eG. In diesen kleineren, von einem regen Austausch gekennzeichneten Runden ging es unter anderem um die aktuelle Entwicklung der Milchmärkte, die Mitgliederbewegungen durch Kündigungen, die Milchmengenplanung sowie die Themen Anbindehaltung und GVO-freie Milch.

Im Laufe des Jahres hat DMK auch zwei Onlinebefragungen durchgeführt. Bei der ersten Befragung hat das Unternehmen die Vertreter nach ihrer Zufriedenheit mit dem Verlauf der Vertreterversammlungen gefragt. Die zweite wurde in der Ergänzung zu der regelmäßigen Umfrage durchgeführt, um sich einen detaillierten Überblick über die Futterverfügbarkeit nach der Dürreperiode zu verschaffen und eine Analyse der Milchmengen vornehmen zu können. Im Ergebnis erwarteten rund 50 Prozent der Befragten eine größere Futterlücke und damit finanzielle Einbußen.

Darüber hinaus hat DMK im Berichtsjahr den Außendienst organisatorisch verändert und in einzelnen Regionen verstärkt. Als Schnittstelle zwischen Unternehmen und Landwirten kann der Außendienst durch seine neue Aufstellung die regionale Ansprache der Milcherzeuger besser gewährleisten.

Regelmäßige und transparente Kommunikation

Im Zuge von MOVE hat DMK auch die Kommunikation mit den Mitgliedern der Genossenschaft in den Fokus genommen und sich zum Ziel gesetzt, diese auch für die Stärkung des Wir-Gefühls von Milcherzeugern und Mitarbeitern zu nutzen und grundsätzlich noch regelmäßiger, transparenter und vielfältiger zu gestalten. Viermal im Jahr versorgt das Mitgliedermagazin „Milchwelt “ die Milcherzeuger mit umfangreichen Informationen rund um das Unternehmen, seine Marken und Produkte. Um das Gemeinschaftsgefühl von Milcherzeugern und Mitarbeitern weiter zu verbessern, setzt DMK im Sinne der neuen von Transparenz und verstärktem Austausch geprägten Unternehmenskultur hier auf ein neues Publikationskonzept: Ab März 2019 informiert das Unternehmen Mitarbeiter und Milcherzeuger nicht mehr in den getrennten Publikationen „Inside DMK“ und „Milchwelt“, sondern über eine gemeinsame digitale und gedruckte „Milchwelt“.

Aktuelle Marktinformationen liefert auch weiterhin die monatlich erscheinende „Milchwelt kompakt“, während die im gleichen Rhythmus veröffentlichte „DMKMilchpreisinfo“ Prognosen für den jeweiligen Folgemonat zur Verfügung stellt. Darüber hinaus bildet das Onlineportal „webmelker.de“ als Arbeits- und Informationsplattform die virtuelle Schnittstelle zwischen Unternehmen und Milcherzeugern. Für einen direkten Austausch setzt DMK in allen Milcherzeugerregionen Regionalleiter und Fachberater als Ansprechpartner für die Milcherzeuger ein.

MILCHWELT kompakt

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Login-geschütztes Extranet

Regionalleiter und Fachberater

Ansprechpartner in allen Regionen

Regionale Mitgliederversammlungen

In 9 Regionen im Jahr 2018

Engagierte junge Milcherzeuger

Bereits im Jahr 2001 hat das Unternehmen den „Arbeitskreis Junger Milcherzeuger“ (AKJM) ins Leben gerufen, dessen Mitglieder von den Bezirksversammlungen für fünf Jahre benannt werden. Das Gremium bestand im Berichtsjahr aus 67 engagierten Landwirten und vertritt ehrenamtlich die Belange der Junglandwirte. Im AKJM treffen sich Landwirte im Alter von 18 bis 34 Jahren, um zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und sich weiterzubilden – auch im Hinblick auf eine mögliche künftige Position in den Gremien. DMK begleitet die jungen Landwirte auf diesem Weg und macht sie mit dem Unternehmen, der Genossenschaft und aktuellen Themen der Milchwirtschaft vertraut.

Als wichtige regionale Multiplikatoren bilden die Mitglieder des AKJM eine zentrale Schnittstelle zwischen jungen Landwirten, Ehrenamt und Unternehmen.

Heinz Korte, Aufsichtsratsvorsitzender DMK Group

Im Berichtsjahr haben sich die Mitglieder des AKJM intensiv mit den aktuellen Entwicklungen der DMK Group und den Neuerungen beim Milkmaster-Programm auseinandergesetzt und Impulse aus ihrer Arbeit weitergegeben. Im Dezember berichtete CEO Ingo Müller dem AKJM in einer Sitzung über die aktuelle Lage im Unternehmen und am Milchmarkt. In vorherigen Versammlungen hatten Verantwortliche aus den Business Units den Junglandwirten Einblicke in die Marktentwicklungen und die Ausrichtung ihrer Einheiten gegeben. Auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin beantworteten zwei Vorstandsmitglieder aus dem AKJM am Stand des Deutschen Raiffeisenverbands (DRV) zwei Tage lang Verbraucherfragen zur modernen und nachhaltigen Milchproduktion. Im Jahr 2018 fanden erstmals auch Treffen der im Vorjahr gegründeten Interessengemeinschaft Genossenschaftliche Milchwirtschaft (IGM) statt. So fand sich im Oktober die „Junge IGM“ in Edewecht zum Erfahrungsaustausch mit Vertretern verschiedener Genossenschaftsmolkereien zusammen. Die alljährliche Studienreise führte den Arbeitskreis im Januar des Berichtsjahres für zwei Tage nach Mecklenburg-Vorpommern. Der Arbeitskreis nutzte die Veranstaltung, um Erfahrungen auszutauschen und Informationen bei größeren Milcherzeugern im Nordosten einzuholen. Außerdem standen eine Werksbesichtigung in Altentreptow und ein Besuch der Landesforschungseinrichtung in Dummerstorf auf dem Programm.

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