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Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2018

Auszug aus dem Konzernlagebericht 2018 der Deutsches Milchkontor eG

Milchmarkt unter dem Einfluss der Dürre

Neben saisonalen Volatilitäten prägten den Michmarkt im Jahr 2018 vor allem die Auswirkungen der Hitze und extremen Trockenheit auf die Futtermenge und -qualität. Insgesamt legte die Anlieferung der deutschen Milcherzeuger dennoch um 1,7 % und die in den EU-Ländern um 0,8 % zu. Die gestiegene Milchanlieferung resultiert aus der höheren Milchleistung der Kühe. Der Milchviehbestand sowie die Anzahl der Betriebe sind weiter gesunken. Die Milchpreise folgten dem Trend der im Vergleich zum Vorjahr schwächeren Erlöse für Magermilchpulver, Käse und Molkenpulver und gaben auf einen durchschnittlichen Wert von 33,82 ct/kg für konventionelle Milch (4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß) nach.

Die Produktmärkte haben sich im Jahr 2018 uneinheitlich entwickelt: Während der Buttermarkt bei volatilen Preisen leicht geschrumpft ist, wuchs der Käsemarkt insbesondere im Bereich Schmelzkäse, Pasta Filata und Weichkäse. Die Käsepreise gaben nach einer positiven Phase zum Jahresende wieder etwas nach. Bei den Trockenmilcherzeugnissen wurde vor allem die Produktion von Vollmilch- und Buttermilchpulver ausgeweitet, während die Magermilchpulverproduktion zurückging. Der EU Kommission ist es bei zunehmend steigenden Preisen gelungen, einen Großteil der Interventionsbestände an Magermilchpulver zu verkaufen. Unterschiedliche Entwicklungen waren bei der Produktion des weißen Sortiments zu beobachten. Der Markt für Konsummilch ist im Berichtsjahr mit einem Minus von 3,1% erneut gesunken. Der Umsatz im Lebensmitteleinzelhandel der Eissegmente stieg gegenüber dem Vorjahr um 236,5 Mio. €. Der deutsche Babymarkt schrumpfte nach den Steigerungen der Vorjahre um 9,2 % auf ein Umsatzvolumen von 954,5 Mio. €. Dabei sank der Milchnahrungsmarkt um 17,3 %, während der Beikost-Markt etwa auf Vorjahresniveau blieb. Die Exporte deutscher Milchprodukten blieben bei leichten Steigerungen der Käse- und Magermilchpulverexporte insgesamt auf Vorjahresniveau.

Deutlich reduzierte Milchmenge

Für DMK zählten die Kündigungen der Milcherzeuger auf Ebene der Deutsches Milchkontor eG und die damit einhergehende Reduktion der Milchmenge zu den prägenden Faktoren des Geschäftsjahres 2018. Diese Veränderungen haben sich auf die Planung, Produktion und Vermarktung ausgewirkt. Das Unternehmen hat mit Maßnahmen wie Werksschließungen, dem Abschluss von Kooperations- und Produktionsaufträgen und dem externen Zukauf von Rohstoffen reagiert. In diesem Kontext erfolgten auch Portfolioanpassungen zugunsten wertschöpfender Bereiche wie etwa dem Geschäft mit der Marke MILRAM, das sich im Berichtsjahr positiv entwickelt hat.

DMK hat im Berichtsjahr das in Vorjahren eingeleitete Umstrukturierungsprogramm „Move“ zur Neuorganisation des Konzerns abgeschlossen und dabei wesentliche Maßnahmen in Bezug auf das Controlling, die Organisation und Kommunikation sowie Informationsvermittlung ergriffen. Im Mai 2018 hat DMK die Beteiligungshöhe an der IKAM Richart Holding GmbH mit dem Kauf der ausstehenden 40,0 % der Anteile an dem russischen Käseproduzenten erhöht. Die DOC Kaas B.V. wurde als reines Werklohnunternehmen erfolgreich in die eigene SAP-Systemlandschaft integriert.

Präferierter Partner von Handel und Industrie

DMK hat das Ziel, sich im Rahmen der Strategie 2020 mit einem attraktiven Sortiment und abgestimmten Services als präferierter Partner des Handels und der Industrie zu positionieren und so einen wettbewerbsfähigen Milchpreis auszuzahlen. Dafür legt das Unternehmen den Schwerpunkt auf Aktivitäten wie die Erhöhung der Wertschöpfung durch Portfoliooptimierung, die Entwicklung kundenspezifischer Lösungen sowie interne Effizienzsteigerungen. Mittelfristig soll so auf dem deutschen Markt eine marktführende Position mit einem starken Produktportfolio erreicht werden. Dieses Ziel ist gleichbedeutend mit einer starken und profitablen Stellung im Heimatmarkt, lokaler Verankerung mit regionalem Image, exzellenter Infrastruktur und Versorgungsqualität sowie einem relevanten Sortiment. Der Heimatmarkt dient als wesentlicher Dreh- und Angelpunkt. Unterstützt werden die Geschäfte durch fokussierte internationale Aktivitäten und einen wesentlichen Export-Anteil.

Im Geschäftsjahr hat das Unternehmen erste Aktivitäten zur Entwicklung der Langfriststrategie DMK Konzern 2030 aufgenommen. Diese soll sicherstellen, dass DMK frühzeitig auf prognostizierbare Entwicklungen eingehen kann und künftigen Anforderungen entsprechend berücksichtigt werden. Für das Jahr 2019 liegt der Schwerpunkt unverändert auf der Erhöhung der Wertschöpfung durch Portfoliooptimierungen, Produktentwicklung und internen Effizienzsteigerungen im nationalen und internationalen Konsumenten- und Industriekundengeschäft.

Leicht verbessertes Konzernergebnis

Das Geschäftsjahr 2018 entwickelte sich besser als das Vorjahr, was sich unter anderem am erwirtschafteten Jahresüberschuss zeigt: Insgesamt hat sich das Konzernjahresergebnis von 29,6 Mio. € im Jahr 2017 auf 30,6 Mio. € im Berichtsjahr leicht verbessert. Damit hat DMK die angestrebte Konzernjahresüberschussbandbreite zwischen 30,0 Mio. € und 35,0 Mio. € erreicht.

Im Hinblick auf die Auszahlungsleistung vergleicht sich DMK mit dem durchschnittlichen Preis für konventionelle Milch mit einer definierten Vergleichsgruppe aus elf Molkereien. Für das Jahr 2018 konnte das Unternehmen einen Vergleichspreis von 33,57 Cent/kg erwirtschaften, der knapp unter dem Preis der Vergleichsgruppe von 33,71 Cent/kg liegt. Diese Auszahlungsleistung entspricht nicht den intern gesteckten Zielen. Vor diesem Hintergrund ist die Konzernleitung nicht zufrieden mit dem Verlauf des Berichtsjahres, sieht sich jedoch auf dem richtigen Weg für die weitere Unternehmensentwicklung.

Der im Vorjahresbericht prognostizierte Umsatz für 2018 betrug 5,7 Mrd. €. Das Unternehmen konnte bei allgemein nachlassenden Preisen die Prognose für das Geschäftsjahr 2018 nicht ganz erreichen und erzielte einen Umsatz von 5,6 Mrd. €. Ursächlich hierfür war neben geringeren Mengen auch das veränderte Preisniveau. Insgesamt zieht sich der Umsatzrückgang mit Ausnahme von Babynahrung, Milchfrischeprodukte und H-Produkte über alle Produktgruppen. Im Wesentlichen durch fallende Preise bedingt sind die Exportumsätze im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls leicht gesunken. Auch die Umsatzerlöse sind im Berichtsjahr in verschiedenen Geschäftsfeldern insbesondere aufgrund der ungünstigen Preisentwicklung gesunken. Die Konzerneigenkapitalquote lag zum Bilanzstichtag 2018 bei 30,9 % (31.12.2017: 31,1 %).

Wertschöpfung weiter im Fokus

Für die nahe Zukunft erwartet die Konzernführung eine positive Entwicklung der Nachfrage im Heimatmarkt und auf den relevanten internationalen Märkten. Während der Wettbewerb im Commodity-Bereich unverändert intensiv bleibt, sorgt der Trend zu hochwertigen Nahrungsmitteln für weiteres Wachstums in Segmenten höherer Wertschöpfung. Die Nachfrage nach Milchprodukten dürfte gerade in den Wachstumsregionen Asien, Afrika und dem Nahen Osten weiter steigen. Die umfangreiche Produktpalette bietet DMK die Chance, Marktschwankungen in Bezug auf einzelne Produkte auszugleichen.

Angesichts der sinkenden Milchmenge wird DMK die Milch gezielt in die profitablen Produktbereiche lenken. Die BU Private Label zielt auf eine Differenzierung im Volumen- und Mehrwertsegment ab. Die BU Industry positioniert sich als in Qualität und Menge verlässlicher Lieferant für internationale B2B-Kunden und ersetzt bei den Ingredients weiterhin zunehmend Standardpulver durch Spezialpulver. Die BU Brand setzt auf den Ausbau der Relevanz der Marke MILRAM als Vollsortimenter für Konsumenten sowie Anwender im Food Service. Die BU International baut für ihr wachsendes und zukunftsfähiges internationales Geschäft ihre Position in Schwerpunktländern aus und arbeitet zugleich an einer Verschiebung vom reinen Export zu einem auf spezielle Märkte ausgerichteten Business. Im Babynahrungsgeschäft setzt DMK weiter auf Wachstum und Expansion und will dabei für steigende Umsatzerlöse insbesondere das Potenzial im Ausland nutzen. Die Eissparte wird ihren im Rahmen der Optimierungen eingeschlagenen Kurs fortsetzen und rechnet so mit einer deutlich positiveren Ertragsentwicklung.

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